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  1. Aktuelles

Hier finden Sie Aktuelles aus der Klinik Dr. Hancken und um sie herum

Termine

16.09.2017 Vortrag Prof. Frühauf, "Gynäkologische Onkologie", zusammen mit Dr. Kokott, Frauenklinik EKS und Dr. Herrmann, Strahlentherapie Klinik Dr. Hancken.
- Seminarturnhalle Stade

20.09.2017 Vortrag Prof. Frühauf "Aktuelle Onkologie", 6. Update Innere Medizin, mit PD Dr. Philipp, Kardiologie, EKS.
- Seminarturnhalle Stade

 

23.06.2017 - Gewissheit statt Verdrängung

BUSINESS & PEOPLE
Das Wirtschaftsmagazin aus der Metropolregion Hamburg:
© 2017 Zeitungsverlag Krause GmbH & Co. KG

Das Brustzentrum Stade-Buxtehude bietet Beratungen für Frauen mit genetisch bedingtem Brustkrebs und Eierstockkrebs.

Dr. Thilo Töllner gehört zu den Gründungsmitgliedern des Brustzentrums und leitet das Zentrum für Mammadiagnostik MVZ Klinik Dr. Hancken sowie als Programmverantwortlicher Arzt auch das Mammographie-Screening-Programm in der Elbe-Weser-Region. Foto: Hancken-Klinik

Zu den größten Leistungen von Angelina Jolie für Frauen in aller Welt gehört – mehr noch als ihre künstlerischen Leistungen vor oder hinter der Kamera – ihr couragierter Auftritt, in dem sie ihre Entscheidung im Umgang mit ihrem eigenen genetisch bedingten Brustkrebsrisiko publik machte.

Durch ihren wohl überlegten Entschluss, sich 2012 prophylaktisch beide Brüste und zwei Jahre später auch die Eierstöcke entfernen zu lassen, lenkte sie das Scheinwerferlicht auf ein Thema, das lange in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen wurde: die Situation von Frauen, die aufgrund von erblichen Genmutationen ein deutlich erhöhtes Risiko haben, an Brustkrebs zu erkranken. Das hat sich seitdem deutlich geändert.

Nicht nur durch Jolies Coming-out haben die Anfragen bei Gynaäkologen und in den Brustkrebszentren deutlich zugenommen. Im Elbe-Weser-Dreieck hat sich das Brustzentrum Stade-Buxtehude für die Beratung von Frauen mit erblich bedingtem Brustkrebs qualifiziert. Dr. Thilo Töllner, der zu den Gründungsmitgliedern des Brustzentrums gehört und als Programmverantwortlicher Arzt auch das Mammographie-Screening-Programm in der Region leitet, hat gemeinsam mit den Brustspezialisten der Elbe Kliniken eine Kooperation mit der Humangenetik der Medizinischen Hochschule Hannover vereinbart. Zusammen bieten sie die Beratung von betroffenen Frauen vor Ort an. Den Fachärzten geht es zunächst einmal um die Identifizierung der bereits einmal an Brustkrebs erkrankten Frauen, die zur Hochrisiko-Gruppe gehören, erklärt Dr. Töllner und verweist auf die Statistiken: „Von den rund 75 000 Frauen, die pro Jahr an Brustkrebs erkranken, finden sich bei einem Viertel der Betroffenen Häufungen von Brust- oder Eierstockkrebserkrankungen in der Familie. Aber nur bei fünf bis zehn Prozent der an Brustkrebs Erkrankten kann die Entstehung des Tumors auf eine bekannte erbliche Genmutation zurückgeführt werden.“ (Siehe Infokasten unten: Hinweise auf den sogenannten familiären Brustkrebs geben bestimmte Häufungen von Brust- und Eierstockkrebserkrankungen in der direkten Verwandtschaft.)

Wenn das Schutz-Gen ausfällt

Am häufigsten treten die Veränderungen in den Genen BRCA 1 und BRCA 2 auf, zunehmend geraten aber auch Veränderungen anderer Gene in den Fokus. Trägerinnen einer Genmutation haben laut Dr. Töllner „ein im Vergleich zu Frauen ohne diese Genmutation deutlich erhöhtes Lebenszeitrisiko von 60 bis 80 Prozent, an einem besonders schnell wachsenden und aggressiven Mammakarzinom zu erkranken“. Außerdem entwickele sich bei diesen Hochrisiko-Gen-Trägerinnen die Krebserkrankung etwa 20 Jahre früher und das Risiko für eine erneute Erkrankung – auch der anderen Brust – ist deutlich höher. Gleichzeitig ist auch ihr Risiko für die Entstehung von Eierstockkrebs, dem sogenannten Ovarialkarzinomen, um zehn bis 40 Prozent deutlich erhöht. Wichtig: Bei den betroffenen Genen handelt es sich nicht um Krebsverursacher, sondern um Schutz-Gene. Wenn diese nicht richtig funktionieren, ist die natürliche Abwehr des Körpers gegen Krebszellen erheblich geschwächt.

Die Diagnose „genetisch bedingter Brustkrebs“ hat Konsequenzen für die betroffene Patientin und ihre Therapie, die genau auf diese spezielle Erkrankung abgestimmt wird, aber auch für ihre Geschwister und Kinder. Die Genmutationen werden vererbt, das bedeutet: Töchter und Söhne haben ein 50-Prozent-Risiko, Träger dieser veränderten Gene zu sein. Auch die Schwestern und Brüder der Krebspatientin können betroffen sein. Aufschluss über dieses Krebsrisoko bietet ein Gentest. Wenn sich der Verdacht bestätigt, sollten die positiv getesteten Verwandten an einem Früherkennungsprogramm teilnehmen, das speziell für diese Hochrisiko-Gruppe entwickelt wurde.

Engmaschige Überwachung

Abhängig vom Alter und der Familienplanung empfehlen die Fachärzte des Brustzentrums den Risiko-Trägerinnen eine engmaschige Überwachung: Untersuchungen mit Ultraschall und Kernspin sowie ab einem Alter von etwa 40 Jahren Mammographien. „Bei jungen Frauen sollte diese spezielle Früherkennung so früh wie möglich beginnen,“ rät Dr. Töllner, „dadurch kann im Erkrankungsfall der Brustkrebs in einem relativ frühen Stadium entdeckt und behandelt werden.“ Im fortgeschrittenen Alter und nach abgeschlossener Familienplanung sollte auch die vorbeugende Operation, die beidseitige Entfernung des Brustgewebes sowie der Eierstöcke, als eine Behandlungsoption in Erwägung gezogen werden, um eine Erkrankung zu verhindern.

„Dies sind für jede Frau sehr schwierige und belastende Entscheidungen, deshalb bieten wir im Brustzentrum auch psychologische Beratungen an, um den Betroffenen zu helfen, den für sie richtigen Weg zu finden“, sagt Dr. Töllner. „Allerdings ist es die Entscheidung jeder einzelnen Frau und auch jedes Mannes, ob sie oder er sich testen lassen. Wir haben aber immer wieder beobachtet, dass die meisten Frauen mit Gewissheit besser leben können als mit Verdrängen.“

Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrer/m Frauenärztin/arzt oder im Brustzentrum Stade- Buxtehude unter: 04141/544 445 und im Zentrum für Mammadiagnostik, MVZ Klinik Dr. Hancken, Stade: 04141/604 440

Info: Hinweis auf „familiären Brustkrebs“

Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine erbliche Veranlagung besteht, bei Familien (mütterlicher- oder väterlicherseits) mit Erkrankung von

  • mindestens drei Frauen mit Brustkrebs, unabhängig vom Alter
  • mindestens zwei Frauen mit Brustkrebs, davon eine Erkrankung vor dem 51. Lebensjahr
  • mindestens einer Frau mit Brustkrebs und einer Frau mit Eierstockkrebs
  • mindestens zwei Frauen mit Eierstockkrebs
  • mindestens einer Frau mit Eierstockkrebs und einem Mann mit Brustkrebs
  • mindestens einer Frau mit Brustkrebs vor dem 36. Geburtstag
  • mindestens einer Frau mit beidseitigem Brustkrebs, wobei die Ersterkrankung vor dem 51. Geburtstag war
  • mindestens einer Frau mit Brust- und Eierstockkrebs
  • mindestens einer Frau mit triple-negativem Brustkrebs vor ihrem 51. Lebensjahr*
  • mindestens einer Frau mit Eierstockkrebs vor ihrem 71. Lebensjahr*
  • einem Mann mit Brustkrebs*

    *Diese Kriterien werden zurzeit im Rahmen von Studien weiter untersucht.

Informationen im Internet: www.brca-netzwerk.de

07.04.2017 - Kleine Kügelchen statt großer OP

BUSINESS & PEOPLE
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Neue Wege in der Behandlung von gutartigen Gebärmutter-Tumoren: Myom-Embolisation im MVZ Klinik Dr. Hancken im Elbe Klinikum Stade

Chefarzt Dr. Kersten Mückner (Mitte) mit seinem Team bei einem minimalinvasiven Eingriff. Foto: Klinik Dr. Hancken

Bei etwa jeder dritten Frau entwickeln sich bis zum Beginn der Wechseljahre gutartige Tumore in der Gebärmutter, die oft heftige Beschwerden verursachen. Mit den Methoden der interventionellen Radiologie kann dies in vielen Fällen ohne große Operation verhindert werden. Einfach erklärt: Die Blutversorgung der Myome wird unterbrochen – sie werden weich und schrumpfen. Ohne Technik geht hier nichts. Der Eingriff, die sogenannte Embolisation, ist schonend und erfolgt mit radiologischer Unterstützung: Der „Tatort“ wird über die Blutgefäße erreicht.

Irgendwann war die Situation unerträglich geworden: Helga S. (Name geändert) litt unter immer heftigeren Beschwerden. Bei der 47-Jährigen hatten sich seit Jahren gutartige Geschwülste in der Gebärmutter entwickelt. Eines davon war so stark gewachsen, dass es auf die Blase drückte und neben heftigen Schmerzen und starken Blutungen während der Menstruation auch einen ständigen Harndrang auslöste. Bis zu 20 Mal pro Tag und Nacht musste sie eine Toilette aufsuchen. Frau S. war passionierte Joggerin, diesem Sport konnte sie wegen ihrer Beschwerden nicht mehr nachgehen.

Helga S. ist kein Einzelfall: Etwa 20 bis 40 Prozent aller Frauen entwickeln nach dem 20. Lebensjahr Myome im Uterus. Die meisten dieser gutartigen Tumore sind solide Wucherungen von der Konsistenz harter Radiergummis. Nur bei etwa einem Drittel der Betroffenen bleiben diese Geschwülste symptomlos, zwei von drei Frauen leiden unter teils erheblichen Beschwerden wie verlängerten und/oder verstärkten Menstruationsblutungen, Bauchschmerzen oder auch Rücken- und Seitenschmerzen durch den Druck der Myome auf die Becken und Beine versorgenden Nervenbahnen. Häufig tritt infolge der starken Blutungen auch eine Blutarmut ein, die durch Funktionsstörungen von Blase und Darm noch verstärkt werden kann.

Bis zu 30 Zentimeter

Die Größe dieser sogenannten uterinen Myome variiert von wenigen Millimetern bis zu 30 und mehr Zentimetern, in diesen Fällen ist die Gebärmutter gedehnt wie bei einer Schwangerschaft im fünften Monat. In zwei von drei Fällen bilden sich mehrere Myome unterschiedlicher Größe. Das Wachstum dieser gutartigen Tumore ist vom Hormonhaushalt abhängig, sie können während einer Schwangerschaft schnell anwachsen. Nach der Menopause schrumpfen sie häufig und verlieren ihre feste Konsistenz, sofern die Patientinnen nicht mit einer Hormontherapie gegen Wechseljahrsbeschwerden wie zum Beispiel Hitzewallungen behandelt werden.

In den meisten Fällen bereiten die Myome in den Jahren vor der Menopause oder in den Wechseljahren die größten Beschwerden, danach werden sie kleiner und weicher.
Behandelt werden die Gebärmuttermyome häufig zunächst mit einer konservativen medikamentösen Therapie. Dabei können entzündungshemmende Medikamente, Ovulationshemmer und Hormontherapien eingesetzt werden, die allerdings auch Wechseljahrbeschwerden auslösen können. Nach Absetzen der Hormonbehandlung kommt es allerdings häufig zu einem erneuten Wachstum der Myome.

Umfrage zur Frauengesundheit

Wenn mit der medikamentösen Behandlung keine dauerhafte Besserung erzielen lässt, ist die operative Entfernung der Myome einzeln oder samt Gebärmutter die am häufigsten praktizierte Methode, die Frauen ohne Kinderwunsch oder nach abgeschlossener Familienplanung empfohlen wird. Das Robert-Koch-Institut stellte bei einer großen Umfrage zur Frauengesundheit 2014 fest, dass allein im Jahr 2012 in Deutschland 133 000 Gebärmutterentfernungen durchgeführt wurden, etwa die Hälfte der Patientinnen war bei der Operation zwischen 40 und 49 Jahre alt. In Deutschland wird etwa 17,5 Prozent der Frauen im Alter von 18 bis 79 Jahren im Laufe ihres Lebens die Gebärmutter entfernt – da- von rund 85 Prozent aufgrund von gutartigen Erkrankungen. In Dänemark beispielsweise wird nur bei zehn Prozent der Frauen eine Hysterektomie durchgeführt. Auch Frau S. hatte sich längst mit einer großen Operation abgefunden, als sie ihre Frauenärztin wieder aufsuchte. Die vorangegangene medikamentöse Therapie hatte nicht das erwartete Ergebnis gebracht, die Myome reagierten zu langsam auf die Hormontherapie, die Patientin litt aber sehr unter den Nebenwirkungen.

Doch dann kam alles anders. Die Gynäkologin schlug ihr einen minimalinvasiven Eingriff vor: eine Myom-Embolisation. Nach weiteren ausführlichen Gesprächen mit Dr. Thorsten Kokott, dem Chefarzt der Frauenklinik des Elbe Klinikums Stade, stimmte Helga S. zu. Anschließend wurde sie an Dr. Kersten Mückner, den Chefarzt des MVZ Radiologie und Nuklearmedizin Klinik Dr. Hancken und Spezialisten für interventionelle Radiologie im Elbe Klinikum Stade, weitergeleitet. Er führt diese Eingriffe in enger Kooperation mit Dr. Thorsten Kokott durch.

So funktioniert das Verfahren

„Als Alternative zur großen OP können wir Frauen vor der Menopause mit Beschwerden durch die Myome die Embolisation als minimal-invasiven Eingriff anbieten, sofern kein Kinderwunsch besteht“, sagt Dr. Kersten Mückner. „Im Prinzip drosseln wir mit einer Myom-Embolisation die Blutzufuhr der gutartigen Geschwülste. Dadurch schrumpft das Gewebe, die Myome werden weich und bereiten keine Beschwerden mehr“, erklärt Dr. Mückner das Verfahren. In beide Leistenarterien werden Katheter eingebracht und bis in die Uterusarterie vorgeschoben. Mithilfe eines Kontrastmittels wird dann die Gefäßversorgung der Gebärmutter dargestellt, um die Blutgefäße, die das Myom versorgen, präzise erkennen zu können. Danach wird der Katheter gezielt in die kleineren Gefäße, die das Myom versorgen, gelenkt. „Wenn wir am Ziel angekommen sind, werden kleine Kunststoffkügelchen, sogenannte Polyvenylalkohol-Partikel, langsam in das Gefäß injiziert. Diese fließen dann mit dem Blut in die Endarterien und blockieren sie.“ Der Vorgang wird auf der Gegenseite wiederholt. Wenn der Blutfluss durch die Embolisation um 30 bis 60 Prozent reduziert wird, beginnen die Myome zu schrumpfen, ohne dass dabei die Gebärmutter selbst Schaden nimmt.

In den ersten Tagen nach dem minimalinvasiven Eingriff erhielt Helga S. noch eine Schmerztherapie, konnte aber nach zwei Tagen die Klinik verlassen, nach weniger als zwei Wochen ihr normales Leben aufnehmen und bald auch wieder ihr tägliches Laufpensum absolvieren. Ein Kontroll-MRT nach drei Monaten zeigte, dass sich die Myome deutlich verringert hatten. Auch die Beschwerden, die sie so lange ertragen hatte, waren weg. Sie hat ihre Lebensqualität zurückgewonnen.

Kontakt: MVZ Radiologie und Nuklearmedizin Klinik Dr. Hancken im Elbe Klinikum Stade: 04141-97 1551  www.hancken.de

Stichwort: Myom-Embolisation

Das Verfahren wurde bereits 1998 von dem amerikanischen Radiologen Scott Goodwin an der Universität von Kalifornien in Los Angeles entwickelt und erprobt. Im Jahr 2006 veröffentlichte Goodwin zusammen mit Kollegen die Ergebnisse einer Studie, die an 16 medizinischen Zentren in den USA mit 149 Patientinnen mit Myomen, die sich für eine Gebärmutterarterien-Embolisation (Uterine-Artery-Embolisation, UAE) entschieden hatten, und 60 Patientinnen, die einer Entfernung der Gebärmutter zugestimmt hatten, durchgeführt worden war.
Hier konnte gezeigt werden, dass die UAE-Patientinnen das Krankenhaus im Schnitt am zweiten Tag nach dem minimalinvasiven Eingriff verlassen konnten – die Frauen, denen der Uterus operativ entfernt wurde, erst nach zweieinhalb Tagen. UAE-Patientinnen konnten nach 15 Tagen wieder ihr normales Leben aufnehmen und im Prinzip schon nach zehn Tagen wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Bei den Frauen mit Hysterektomie dauerte es 44 Tage bis sie wieder fit waren, sie konnten auch erst nach 37 Tagen wieder arbeiten. Bei 40,1 Prozent der Patientinnen, die sich für die operative Entfernung des Uterus entschlossen hatten, kam es zu wenigstens einer Komplikation, bei den UAE-Frauen waren es nur 22,1 Prozent.

26.01.2017 - So bewerten Patienten die Kliniken der Region

Pressebericht aus dem Stader Tageblatt:
© 2017 Zeitungsverlag Krause GmbH & Co. KG

LANDKREIS. Empfehlungen von Patienten werden im Gesundheitswesen immer wichtiger. Deshalb wurde jetzt in der bisher größten Patientenbefragung die Zufriedenheit nach Klinikaufenthalten abgefragt – mit deutlichen Qualitätsunterschieden.
Von Wolfgang Stephan

Wer hat Angst vor den Operateuren in den Kliniken?
Eine subjektive Bewertung aus Patientensicht mit deutlichen Differenzen liegt jetzt vor.

Grundsätzlich gilt: Die Qualität eines Krankenhauses richtet sich nach der medizinischen Ausstattung, dem medizinischen Leistungsspektrum und der Qualität der Beschäftigten. Daneben allerdings gibt es als weiteres Kriterium die subjektiv empfundenen Erfahrungen der Patienten, die in einem detaillierten Fragebogen Antworten gegeben haben. Rund eine Million Versicherte wurden in den vergangenen zwölf Monaten zu ihren Erfahrungen während des Krankenhausaufenthalts befragt, mehr als 450000 haben geantwortet. Initiiert wurde diese bisher größte Patientenbefragung von den Krankenkassen AOK, Barmer und der „Weissen Liste“, einem Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen.

Bisher größte Patientenbefragung

Vier Qualitäts-Dimensionen wurden abgefragt: „Weiterempfehlung“, „Ärztliche Versorgung“, „Pflegerischer Betreuung“ und „Organisation und Service“. Die Befragung erfolgte nach Krankenhausaufenthalten von Versicherten in der Zeit von August 2014 bis Juni 2016. Voraussetzung für eine Ergebnisveröffentlichung sind mindestens 75 ausgefüllte Fragebögen zum jeweiligen Krankenhaus. Insgesamt fällt die Zufriedenheit nach den bundesweiten Durchschnittszahlen hoch aus: 82 Prozent der Befragten würden ihr Krankenhaus weiterempfehlen. 83 Prozent äußern sich zufrieden mit der ärztlichen Versorgung, 82 Prozent mit der pflegerischen Betreuung. Etwas geringer ist die Zufriedenheit mit Organisation und Service (79 Prozent).

Klinik Dr. Hancken liegt vorne

Zwischen den einzelnen Krankenhäusern sind die Unterschiede teilweise deutlich: So erreichen zwar etwa zwei Drittel der Kliniken eine Weiterempfehlungsrate von über 80 Prozent, etwa ein Drittel liegt jedoch unter dieser Rate. In Norddeutschland liegt die Klinik Dr. Hancken vorne, 93 Prozent der Patienten würden sie weiterempfehlen, die Zufriedenheit mit der ärztlichen Versorgung liegt mit 88 Prozent ebenfalls deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Auch die Zufriedenheit mit pflegerischer Betreuung (87 Prozent) und mit Organisation und Service (87 Prozent) gelten als Spitzenwerte. „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung und die gute Bewertung, die vor allem und in erster Linie unsere Mitarbeiter und Ärzte von unseren Patienten erhalten haben“, sagt Klinikchef Dr. Christoph Hancken.

Elbe-Klinikum Buxtehude besser bewertet als Stade

Die beiden Häuser des Elbe-Klinikums unterscheiden sich deutlich: Mit einer Weiterempfehlung von 84 Prozent liegt das Krankenhaus Buxtehude über dem Bundesdurchschnitt und deutlich vor dem Klinikum Stade mit 77 Prozent. Mit 84 Prozent Zufriedenheit mit der ärztlichen Versorgung liegt Buxtehude ebenfalls klar vor Stade (79 Prozent), ebenso mit 82 Prozent bei der Pflege (Stade 79 Prozent) und der Organisation und Service mit 77 gegenüber 75 Prozent in Stade.

„Wir verfolgen in den Elbe Kliniken sehr aufmerksam die Auswertungen und nehmen die Werte als wichtigen Indikator, damit wir unsere medizinische und pflegerische Qualität und den Service langfristig weiter entwickeln können“, sagt Elbe-Kliniken-Geschäftsführer Siegfried Ristau: „Grundsätzlich muss man festhalten, dass man ein Haus mit einer hohen Notfallversorgung nicht mit einem Haus vergleichen kann, welches in erster Linie nur planbare medizinische Behandlungen und Operationen durchführt.“

Durch die hohe Quote an Notfallbehandlungen müssten in Stade öfters geplante Operationen und Behandlungen verlegt oder verschoben werden. „Das ist natürlich für die Patientenzufriedenheit nicht gerade förderlich.“

Mit ihren Werten liegt die Stader Klinik aber klar über denen der Asklepios Klinik Harburg, die nur 70 Prozent der Patienten weiter empfehlen würden, bei Organisation und Service sind es nur 68 Prozent – mit die niedrigsten Werte in der Region, die nur noch unterboten werden von der Asklepios Klinik Altona mit 67 Prozent bei Organisation und Service.

Die Kliniken Im Vergleich

  • Klinik Dr. Hancken Stade: Weiterempfehlung: 93 Prozent, Ärztliche Versorgung: 88 Prozent, Pflege: 87 Prozent, Organisation und Service: 87 Prozent.
  • Capio Klinik Otterndorf: Weiterempfehlung: 90 Prozent, Ärztliche Versorgung: 86 Prozent, Pflege: 85 Prozent, Organisation und Service: 84 Prozent.
  • Universitätsklinikum Eppendorf (UKE): Weiterempfehlung: 85 Prozent, Ärztliche Versorgung: 85 Prozent, Pflege: 85 Prozent, Organisation und Service: 76 Prozent.
  • Elbe Klinikum Buxtehude: Weiterempfehlung: 84 Prozent, Ärztliche Versorgung: 84 Prozent, Pflege: 82 Prozent, Organisation und Service: 77 Prozent.
  • Krankenhaus Buchholz: Weiterempfehlung: 82 Prozent, Ärztliche Versorgung: 83 Prozent, Pflege: 77 Prozent, Organisation und Service: 77 Prozent.
  • OsteMed Klinik Bremervörde: Weiterempfehlung: 81 Prozent, Ärztliche Versorgung: 80 Prozent Pflege: 83 Prozent Organisation und Service: 77 Prozent
  • Elbe Klinikum Stade: Weiterempfehlung: 77 Prozent, Ärztliche Versorgung: 79 Prozent, Pflege: 79 Prozent, Organisation und Service: 75 Prozent.
  • Helios Mariahilf Harburg: Weiterempfehlung: 72 Prozent, Ärztliche Versorgung: 77 Prozent, Pflege: 72 Prozent, Organisation und Service: 68 Prozent.
  • Asklepios Klinik Altona: Weiterempfehlung: 71 Prozent, Ärztliche Versorgung: 79 Prozent, Pflege: 78 Prozent, Organisation und Service: 67 Prozent
  • Asklepios Klinik Harburg: Weiterempfehlung: 70 Prozent, Ärztliche Versorgung: 77 Prozent, Pflege: 75 Prozent, Organisation und Service: 68 Prozent.

Notdienste in Stade

Die Notdienste der Ärzte und Apotheken werden vom Stader Tageblatt mit permanent aktualisierten Daten in "Tageblatt Online" publiziert.

Patientenfürsprecher

Dr. Ernst-Ulrich KätlitzPatientenfürsprecher

Dr. Ernst-Ulrich Kätlitz
Patientenfürsprecher

  

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