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Archiv aktueller Beiträge aus dem Jahr 2011

03.12.2011 - Mehr Hoffnung für Krebspatienten

Pressebericht aus dem Stader Tageblatt:
© 2011 Zeitungsverlag Krause GmbH & Co. KG

Im neuen Zentrum für Strahlentherapie in der
Klinik-Hancken können Tumoren gezielter und schonender bekämpft werden

Wolfgang Stephan Landkreis. Im letzten Moment stockte Niedersachsen Sozialministerin Aygül Özkan am Freitag in ihrer Rede in der Stader Klinik Hancken, bevor sie offen einräumte: "Es ist immer blöd, Ihnen viele Patienten zu wünschen" - vor allem weil der Anlass ihrer Rede die Einrichtung eines neuen Zentrums für Strahlentherapie war. Aygül Özkan korrigierte sich schnell: "Ich hoffe sehr, dass viele Patienten aus der ganzen Region bei Ihnen behandelt werden können und nicht abgewiesen werden müssen", sagte die CDU-Politikerin vor den rund 100 geladenen Gästen.

Ministerin Aygül Özkan und Klinikchef Dr. Christoph Hancken am
neuen Linearbeschleuniger, mit dem Krebspatienten besser und
schonender bestrahlt werden können. Foto Stephan

Ministerin Aygül Özkan und Klinikchef Dr. Christoph Hancken am neuen Linearbeschleuniger, mit dem Krebspatienten besser und schonender bestrahlt werden können. Foto Stephan

In der neuen Einrichtung der Hancken-Klinik können vor allem Krebspatienten schonender als bisher bestrahlt werden. Kernstück der insgesamt 8,5 Millionen teuren Investition ist ein Linearbeschleuniger, ein Strahlengerät, mit dem auch kleinste Tumoren bekämpft werden können, so, dass möglichst wenig Nachbargewebe in Mitleidenschaft gezogen wird. "Wir können jetzt eine bestmögliche Behandlung mit geringsten Nebenwirkungen bieten", sagte Klinikchef Dr. Christoph Hancken.

Mit dem neuen Strahlenzentrum sei ein Niveau erreicht, das es in vielen Metropolen nicht gebe. Die Strahlung sei jetzt für jede Erkrankung und jeden Patienten individuell anpassbar. Der Betrieb hat begonnen; rund 60 Patienten werden täglich behandelt. Im nächsten Jahr wird ein zweites Strahlengerät installiert.

Ministerin Aygül Özkan sprach von einem "Meilenstein in der Erfolgsgeschichte der Hancken-Klinik", an dem sich das Land Niedersachsen mit einem Zuschuss von 1,5 Millionen Euro beteiligt habe. Aygül Özkan: "Wir setzen auf eine wohnortnahe und modernste Diagnostik." Die Ministerin lobte vor allem das Kooperationsmodell im Landkreis mit einer Verzahnung von ambulanter und stationärer Behandlung und die Einrichtung der Medizinischen Versorgungszentren, die richtungsweisend seien.

Für Petra Tiemann, SPD-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Landrätin (sie hatte am Freitag Geburtstag), war die Einweihung des Strahlentherapiezentrums eine Rückkehr in ihre eigene Geschichte, denn in ihrer Ausbildung hatte die Medizinisch-technische Assistentin auch in der Hancken-Klinik gelernt. Tiemann zitierte den Spruch in der Küche ihrer Großmutter: "Alle Wünsche werden klein, gegenüber dem, gesund zu sein."

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08.10.2011 - Krebsrisiko senken

Gesundheitsrubrik aus dem Stader Tageblatt:
© 2011 Zeitungsverlag Krause GmbH & Co. KG

Tipp von Roswita Spellerberg

Kann Ernährung das Krebsrisiko senken? Ja, nach derzeitigen Erkenntnissen kann das Krebsrisiko durch eine Veränderung des Lebensstils und der Ernährung deutlich reduziert werden; ausschließen lässt sich Krebs damit nicht, dafür spielen zu viele Faktoren eine Rolle. Quelle für die hier erläuterten Aussagen ist ein mehr als 600 Seiten umfassender Bericht des Weltkrebs-Forschungsfond, bei dem über 22 000 Studien gesichtet wurden.

Krebs ist, nach den Herzkreis-lauferkrankungen, immer noch die zweithäufigste Todesursache, weshalb alle Bemühungen, die eine Verringerung der Krebsrate erreichen können, von Bedeutung sind. Der WCRF hat in der Studienbewertung für die einzelnen Krebsarten verschiedene Risiko-Grade und Schutz-Grade unterschieden. Die Bewertungen wurden in drei Kategorien unterteilt: in risikosteigernde, risikosenkende und fehlende Effekte. Die Beweis-Grade wurden jeweils mit 1. überzeugend, 2. wahrscheinlich, 3. möglich und 4. unzureichend ausgewiesen.
Einige der Schutzfaktoren sind demnach: Der Verzehr von Obst und Gemüse senkt wahrscheinlich ( = höchster Grad der Bewertung) das Risiko für Mund-, Rachen-, Kehlkopf-, Speiseröhren-, Magen- und Dickdarmkrebs. Obst-Verzehr als solcher senkt wahrscheinlich auch das Risiko für Lungenkrebs. Praktisch lautet die Empfehlung: 400 Gramm Gemüse (= etwa vier volle Hände pro Tag) plus 250 Gramm Obst, (= etwa drei Stücke oder drei Handvoll pro Tag) zu essen.

Ein weiteres Ergebnis betrifft den Verzehr von Ballaststoffen (Fasern) aus Getreide/-produkten, Gemüse und Obst: Diese senken wahrscheinlich das Dickdarmkrebsrisiko. Dies gilt auch für Milch/Milchprodukte, auch sie senken wahrscheinlich das Risiko für Dickdarmkrebs. Das Stillen von Säuglingen schützt die Mutter und auch das Kind vor Brustkrebs, die Ergebnisse werden mit "wahrscheinlich" angegeben.

Einige Risikofaktoren: Alkohol stellt das größte ernährungsabhängige Risiko für die Entstehung von Krebs im Mund, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Dickdarm, Mastdarm, Brust, Leber dar. Die beste Vorbeugung ist der völlige Verzicht auf alkoholhaltige Getränke. Der WCRF empfiehlt zumindest eine Reduktion auf ein Glas pro Tag für Frauen, zwei Gläser pro Tag für Männer.

Rotes Fleisch und daraus hergestellte Fleischwaren, erhöhen wohl das Risiko für Dick- und Mastdarmkrebs. In der praktischen Umsetzung wird die Empfehlung gegeben, den Verzehr von Räucherwaren, Fleisch, Wurst auf unter 600 Gramm pro Woche zu begrenzen. Der risikosteigernde Effekt eines hohen Fettverzehrs und gesättigter Fettsäuren (= tierische Fette) wird auf das Brustkrebsrisiko (nach der Menopause) mit "möglich" eingestuft.

Im Weiteren wird von den Wissenschaftlern eine Veränderung des Lebensstils empfohlen: Dies betrifft die Erhöhung der körperlichen Aktivität (mindestens 30 Minuten Ausdauertraining pro Tag), die lebenslange Beibehaltung eines normalen Körpergewichts und Nicht-Rauchen. Das alles schützt nicht nur vor Krebs, sondern auch vor Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ II, koronarer Herzkrankheit und anderen.


Roswitha Spellerberg ist staatlich anerkannte Lehrkraft für Diätassistenten und Palliative Care Fachkraft bei der Krebsnachsorge Stade e.V.

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04.06.2011 - Strahlentherapie bei Brustkrebs

Pressebericht aus dem Stader Tageblatt:
© 2011 Zeitungsverlag Krause GmbH & Co. KG

Strahlentherapie zur Behandlung von Brustkrebs

Gesundheitskolumne von Dr. Joachim Göbel

Zur Behandlung von Brustkrebs gehört fast immer eine Strahlentherapie. Nach der Entfernung des Tumors sollte die erkrankte Brust bestrahlt werden, dadurch wird das Risiko, dass der Krebs wieder auftritt, um bis zu 70 Prozent gesenkt und die Aussichten auf eine Heilung steigen erheblich. Deshalb empfehlen auch nationale und internationale Leitlinien die Strahlentherapie der Brust als Standardverfahren, zu dem auch die Erhöhung der Dosis in der ehemaligen Tumorregion gehört. In der Strahlentherapie in Stade wird über eine gleichzeitige Dosiserhöhung während der Ganzbrustbestrahlung die Bestrahlungszeit verkürzt. Der Behandlungszeitraum beträgt allerdings weiterhin 30 Tage. Die Behandlung erfolgt am Linearbeschleuniger.

Für Patientinnen stellt dieses Verfahren sicherlich eine gewisse Belastung dar, denn sie müssen sechs Wochen lang fast täglich nach Stade zur Behandlung fahren. Da weckt jede Nachricht über eine Verkürzung dieser Prozedur Hoffnungen und großes Interesse. Doch einige Informationen über neue Therapien, die derzeit in Internetforen diskutiert werden, sorgen auch für erhebliche Verunsicherung und falsche Erwartungen.

Dazu gehört eine Methode, bei der Röntgenstrahlen eines normalen Röntgengerätes eingesetzt werden. Bei dieser Methode wird die Region in der Brust, wo der Tumorknoten gelegen hat, nur einmal - noch während der Operation - mit hoher Dosis bestrahlt. Dieses Verfahren wurde im Rahmen der sogenannten "Targit-Studie", an der eine Reihe von Brustzentren im In- und Ausland teilgenommen haben, erprobt. Die vor Kurzem veröffentlichten, vorläufigen Ergebnisse dieser Studie ergaben, dass bei dieser Behandlungsmethode das Risiko eines Rückfalls genauso gering sein könnte wie bei der konventionellen Bestrahlungsmethode, bei der die gesamte Brust in 30 Sitzungen bestrahlt wird. Allerdings sind diese Ergebnisse noch mit großer Vorsicht zu betrachten. Zum einen wurde das neue Verfahren im Rahmen der Studie nur an älteren Patientinnen ausprobiert, bei denen ein sehr kleiner lokal begrenzter Brustkrebs in einem sehr frühen Stadium diagnostiziert wurde.

Zum anderen ist der Beobachtungszeitraum mit 24 Monaten sehr kurz. Brustkrebs kann jedoch noch bis zu zehn Jahre nach der Entfernung des ursprünglichen Tumors wieder auftreten. Deshalb können auch die Überlebenschancen der Patientinnen, die dieser besonderen Form der Strahlenbehandlung unterzogen wurden, erst nach Ablauf der entsprechenden Beobachtungsfrist sicher beurteilt werden. Diese Analyse der Spätfolgen fehlt bislang. Aus diesem Grund wird die hochdosierte Einmalbestrahlung auch nicht als Routineverfahren empfohlen und eingesetzt.

Kliniken in Norddeutschland, die diese Methode dennoch anbieten, raten auch zusätzlich zu einer anschließenden konventionellen Ganzbrustbestrahlung. Für diese Therapie werden dann etwa 28 weitere Sitzungen benötigt. Im Vergleich zur üblichen Strahlentherapie bleibt für die Patientin eine Ersparnis von zwei Behandlungstagen. Wenn sich aber nach der Operation herausstellt, dass die Patientin vor der notwendigen Ganzbrustbestrahlung noch eine Chemotherapie benötigt, ist der Erfolg der einmaligen Röntgenstrahlentherapie noch schwerer einzuschätzen und das Risiko eines Rückfalls deutlich höher.
Solange keine belastbaren, überzeugenden Langzeiterkenntnisse vorliegen, wird deshalb das Brustzentrum Stade-Buxtehude an der konventionellen Strahlentherapie nach der Operation festhalten. Die bestmögliche therapeutische Wirkung und die Chance einer dauerhaften Heilung in der Brust sowie im Körper jeder Patientin haben für uns oberste Priorität. Sie dürfen keinesfalls einer minimalen zeitlichen Verkürzung der Krebstherapie geopfert werden.

Die Strahlentherapie hat sich in den letzten Jahren technisch so rapide weiterentwickelt, dass eine kontinuierliche Verbesserung der Krebskontrolle, bei Minimierung der Akut- und Spätfolgen, erreicht wurde. Die betroffenen Frauen haben einen Anspruch auf die beste verfügbare Behandlung nach gesicherten, erprobten Methoden.

Dr. Joachim Göbel ist Facharzt für Strahlentherapie an der Klinik Dr. Hancken in Stade.

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16.05.2011 - "Fürs Leben laufen"

Pressebericht aus dem Stader Tageblatt:
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Fürs Leben laufen - Aktion für Brustkrebsheilung

1517 Frauen und Männer beteiligen sich am Sonntagmorgen am ersten "Race for the Cure" um die Binnenalster

HAMBURG.. Der Countdown zum "1. Race for the Cure" ("Erster Lauf für die Heilung") von "Susan G. Komen Deutschland e.V. - Verein für die Heilung von Brustkrebs" in Hamburg hat eineinhalb Jahre gedauert. Am Sonntagmorgen gingen nach der langen Vorbereitungszeit 1517 Läuferinnen und Läufer auf die Strecke rund um die Binnenalster. Zahlreiche Teilnehmer gingen als Teams an den Start. Das insgesamt größte Team kam aus der Region Stade: 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik Dr. Hancken sowie rund 45 Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Patientinnen der Elbe Kliniken Stade-Buxtehude beteilgten sich an dem Wohltätigkeitslauf.

Im blauen Trikot: Einige der Läufer und Läuferinnen aus derKlinik Dr. Hancken

Im blauen Trikot: Einige der Läufer und Läuferinnen aus der
Klinik Dr. Hancken

"Susan G. Komen war an Brustkrebs erkrankt und hat ihrer Schwester Nancy das Versprechen abgenommen, alles zu tun, um diese Krankheit zu bekämpfen. Mit dem Lauf in Hamburg wollen wir Spenden sammeln, die in lokale Projekte zur Information, Aufklärung und qualitativen Versorgung von Brustkrebs fließen. Wir wollen vorwärts kommen Richtung Heilung von Brustkrebs", sagt Professor Ute-Susann Albert, die Vorsitzende von Komen Deutschland zu diesem Wohltätigkeitslauf.

Es herrschte gute Stimmung am Jungfernstieg, wo Start und Ziel zu den beiden angebotenen Distanzen aufgebaut waren. Die "Hamburg Ducks" und die "Hamburg Diamonds" wärmten zu Rock- und Popmusik die vielen Aktiven auf, und die Hanseaten ließen sich mitreißen. Zwei Kilometer nahmen die Walker, die ein Drittel aller Teilnehmer stellten, in Angriff. Die Läufer suchten die Herausforderung über rund fünf Kilometer.

Den Startschuss zum Walk gab in Vertretung des Schirmherrn, dem Ersten Bürgermeister Olaf Scholz, Staatsrätin Elke Badde von der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, die es sich anschließend nicht nehmen ließ, die Fünf -Kilometer-Strecke mitzulaufen.

Die Läufer schickte US-Generalkonsulin Dr. Inmi Kim Patterson rund um die Binnenalster. Ein buntes Feld kennzeichnete den Walk, der mehr einem schnelleren Spaziergang im Herzen der Hansestadt glich: Männer, Frauen - viele in pinkfarbenen T-Shirts und mit rosa Kappen, die sie als Betroffene auswiesen und die zu ihrer Erkrankung mutig stehen - Zuschauer und eine Reihe von Unterstützern, die nicht mitliefen, aber durch ihre Anmeldung den Lauf unterstützten.

Am glücklichsten schauten im Ziel die Teinehmerinnen und Teilnehmer, die den Lauf bewältigt hatten. Sie kamen oft jubelnd und winkend zurück zum Ausgangspunkt, um den eine Ausstellung platziert war.

Eine Stunde nach den Walkern starteten die Läuferinnen und Läufer, in der ersten Reihe die Eishockey-Cracks der Hamburg Freezers. Das Teilnehmerfeld zog sich wie eine rosa Schleife rund um die Binnenalster. Locker ging es auf der Strecke zu. Mit Kind auf der Schulter war mancher Vater zu sehen, ein Hund durfte mit rosa Band mitjoggen, ein junger Mann hatte seinen pinkfarbenen Cowboyhut aufgesetzt, andere liefen mit Luftballons in der Hand. "Fürs Leben gerne laufen"ist das Motto des "Race for the Cure".

Auf der Bühne erzählten nach dem "Race for the Cure" Starter ihre Erlebnisse. Johanna Zwarg, die mit Dagmar Spangenberg den Wohltätigkeitslauf nach Hamburg geholt hat, berichtete aus ihrem Leben: "Wenn man mit der Diagnose Brustkrebs leben muss, hat man die Angst kennengelernt, aber man weiß auch, dass es weitergeht und dass das Leben trotzdem schön sein kann. Sport erhöht unzweifelhaft die Überlebensrate, deshalb sind solche Läufe so wichtig."

"Man ist ganz unten und muss langsam die Treppe wieder hochgehen", sagt Johanna Zwarg, die nach ihrer Erkrankung noch Mutter geworden ist und ihr Glück kaum fassen kann.
Die längste Anreise hatte eine Teilnehmerin aus New Jersey/USA: " Der "Race for the Cure" von Hamburg ist Teil einer weltweiten Laufserie.

Insgesamt wurden 2010 genau 149 Wettbewerbe ausgetragen, zum Beispiel in Rom, Rio, Daressalam oder Kairo.

Komen Deutschland

Der gemeinnützige Verein Susan G. Komen Deutschland e.V. - Verein für die Heilung von Brustkrebs, wurde 1999 als deutsche Vertretung der US-amerikanischen Organisation "Susan G. Komen for the Cure" gegründet und hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Die Organisation führt Aufklärungskampagnen rund um Brustgesundheit und Brustkrebs durch.
Dazu zählen Broschüren für Betroffene und ihr Umfeld, die "Pink-Infotaschen" für Brustkrebspatientinnen sowie Infoveranstaltungen zur Früherkennung in Unternehmen. Weiterhin stellt Komen Fördergelder für ausgewählte Projekte bereit, die sich der Heilung von Brustkrebs widmen. Bis 2010 konnte Komen bundesweit insgesamt knapp 1,2 Millionen Euro an Fördergeldern vergeben. Komen finanziert seine Arbeit durch Einnahmen aus Benefiz-Veranstaltungen wie dem Race for the Cure, Marketingkooperationen mit Firmen sowie Spenden von Privatpersonen und Unternehmen.

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15.04.2011 - Hoffnung für Bluthochdruck-Kranke

Pressebericht aus dem Stader Tageblatt:
© 2011 Zeitungsverlag Krause GmbH & Co. KG

Weltweit neues Verfahren wird im Elbe Klinikum praktiziert - Kurzer Katheter-Eingriff soll längere Lebenszeit bringen

Wolfgang Stephan  Landkreis. Es ist ein Novum in der Medizin und ein Adelstitel für das Elbe Klinikum: Mit einer neuen Katheter-Therapie kann Patienten mit Bluthochdruck nachhaltig geholfen werden. Das Stader Elbe Klinikum in Kooperation mit der Klinik Dr. Hancken ist eines von 15 Zentren in Deutschland, in denen diese Operationsmethode angewandt wird.

Sie praktizieren das neue Verfahren: Die Chefärzte Dr. Kersten
Mückner und Dr. Sebastion Philipp (rechts). Foto Stephan

Sie praktizieren das neue Verfahren: Die Chefärzte Dr. Kersten Mückner und Dr. Sebastion Philipp (rechts). Foto Stephan

"Damit spielen wir mindestens in der ersten Liga", sagen die Chefärzte Dr. Sebastian Philipp und Dr. Kersten Mückner, die jetzt die ersten drei Patienten mit der neuen Methode behandelt haben. "Selbst an der Uni-Klinik Hamburg gibt es das noch nicht, die wollen ihre Patienten nach Stade schicken", sagt Chef-Kardiologe Philipp. "Das ist der Durchbruch in der Bluthochdruck-Medizin", meint sein Kollege Kersten Mückner, der als Chefarzt der Radiologie entscheidend am Verfahren beteiligt ist.

Die Aufnahmen aus dem Körper: Der Katheter verödet Nervernfasern in
der Arterie.

Die Aufnahmen aus dem Körper: Der Katheter verödet Nervernfasern in der Arterie.

Die Ausgangslage: In Deutschland leiden etwa 20 Millionen Menschen unter zu hohem Blutdruck. "Das ist eine tückische Volkskrankheit", sagt Philipp, denn nur etwa die Hälfte der Erkrankten weiß um ihren Zustand. Zu hoher Blutdruck führt vermehrt zu Schlaganfällen und Herzinfarkten, eine Behandlung kann die Risiken erheblich senken: beim Schlaganfall um ein Drittel, beim Herzinfarkt um ein Viertel.

Die bisher gängige Behandlungsmethode waren Medikamente. Das wird auch in absehbarer Zeit so bleiben. Allerdings gibt es Patienten, bei denen die Medikamente nicht oder nicht ausreichend helfen, den Blutdruck in unkritische Bereiche zu senken, was in der Folge eine kürzere Lebenserwartung bedeutet. In diesen Fällen kann jetzt geholfen werden. Die neue Methode gilt als "Revolution in der Hochdruckmedizin".

Ein einfacher Kathetereingriff macht es möglich: Bei diesem Verfahren werden überaktive Nierennerven, die den Bluthochdruck verursachen, mit Hochfrequenzstrom ausgeschaltet. Unter lokaler Betäubung wird der Katheter über die Leiste in die Nierenarterie geführt. Hier bilden die sogenannten "sympathischen Nervenfasern" ein Geflecht, das durch Erhitzung der Katheterspitze gezielt bearbeitet wird, ohne die Arterie zu verletzen. Durch Verödung dieser Nervenfasern lässt sich der Blutdruck dauerhaft senken.

"Die Erfolgsquote liegt bei 90 Prozent weltweit", sagt Sebastian Philipp. Allerdings gibt es noch keine Langzeitstudie, denn diese Nieren-Arterien-Ablation wird erst seit zwei Jahren praktiziert. Der Eingriff (Mückner: "Nahezu ohne Risiko") dauert nicht mehr als eine Stunde, ist allerdings mit einem stationären Aufenthalt von einigen Tagen im Elbe Klinikum verbunden. Ein Produkt-Spezialist aus den USA begleitet die Operation vor Ort. Am 6. Mai werden die nächsten Patienten in Stade abladiert. Die Methode ist so neu, dass die Krankenkassen eine Bezahlung ablehnen. Kersten Mückner: "Wir sind sehr froh, dass unser Management uns trotzdem mit dieser neuen Medizin arbeiten lässt, auch wenn das letztlich finanziell nicht rentabel ist." "Das Prestige ist aber enorm, so dass die Klinik insgesamt davon profitieren wird", meint Kardiologe Sebastian Philipp.

In naher Zukunft sollen jährlich 50 bis 70 Patienten im Elbe Klinikum diese Ablation bekommen, die mit einer Erhöhung der Lebensqualität und Lebenserwartung verbunden ist. Deswegen waren zwei der drei bisher behandelten Patienten auch unter 50 Jahre alt. Die Patientenstruktur schätzte Dr. Philipp so ein: "Junge Leute mit viel Risikofaktoren."

Warum ausgerechnet das Elbe Klinikum als eine von 15 Kliniken den Zuschlag für das noch nicht weit verbreitete medizinische Gerät bekommen hat? "Weil wir hartnäckig waren", sagt Radiologe Kersten Mückner. Sein Kollege Sebastian Philipp nennt einen anderen Grund: "Weil in der Branche bekannt ist, dass wir kompetent sind."

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06.04.2011 - Tumor-Bekämpfung am Haken

Pressebericht aus dem Stader Tageblatt:
© 2011 Zeitungsverlag Krause GmbH & Co. KG

Elf-Millionen-Investition der Hancken-Klinik in eine neue Strahlentherapie - im Sommer Eröffnung

Landkreis. Ein neues Gerät zur Strahlentherapie erreichte die Klinik Dr. Hancken in Stade am Dienstag auf spektakuläre Weise: mit Hilfe eines Schwerlastkrans. Mit dem neuen Gerät, das in eine elf Millionen Euro-Investition eingebunden ist, erreicht die Klinik eine neue Dimension in der Krebs-Therapie. Tumore sollen noch präziser bestrahlt werden.

Zwei Millionen Euro schweben ein: Mit dem "Linearbeschleuniger"
sollen Tumor-Patienten in Zukunft noch schonender behandelt werden.Foto Stephan

Zwei Millionen Euro schweben ein: Mit dem "Linearbeschleuniger" sollen Tumor-Patienten in Zukunft noch schonender behandelt werden.
Foto Stephan

80 bis 100 Patienten am Tag sollen ab Sommer in einem neuen Strahlen-Therapie-Zentrum mit dem neuen "Linearbeschleuniger" behandelt werden, der alleine zwei Millionen Euro kostet. Der Vorteil der neuen Therapie: Die Tumore können präziser bestrahlt und so die Nebenwirkungen eingeschränkt werden. "Wir können damit eine optimale Strahlungsmöglichkeit mit einer hoher Dosierung gezielt einsetzen", sagt Dr. Charlotte Thiel, die eine von 17 Fachkräften in der neuen Abteilung ist, die derzeit in einem Anbau an der Hancken-Klinik in der Harsefelder Straße entsteht.
Auf rund 500 Quadratmetern Grundfläche und zwei Stockwerken beherbergt der Neubau neben den Patienten- und Ärztezimmern auch den "Strahlenbunker", den Raum für strahlentherapeutische Geräte. Die Bezeichnung kommt nicht von ungefähr, denn um für höchstmögliche Sicherheit zu sorgen, werden die Wände an manchen Stellen des Neubaus bis zu 2,8 Meter dick aus speziellem Beton gebaut. Der Bunker gewährleistet, dass keine Strahlung nach außen gelangt.
Ein zweiter Linearbeschleuniger wird in etwa einem Jahr installiert. An den Beschleunigern befindet sich jeweils ein spezielles Computertomographie-Gerät, um den Patienten Millimeter genau platzieren zu können. Um Tumore genauestens abzugrenzen und Risikoorgane zu schonen, werden zur Bestrahlungsplanung in der neuen Einrichtung auch neue Kernspintomographen eingesetzt. "Die Ausstattung wird auf dem weltweit modernsten Stand der Technik sein", sagt Klinikchef Dr. Christoph Hancken. (wst)

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26.03.2011 - Krebsnachsorge erweitert Angebot

Pressebericht aus dem Stader Tageblatt:
© 2011 Zeitungsverlag Krause GmbH & Co. KG

Umfassende Hilfe bei einer Krebserkrankung

STADE. Die Psychoonkologie und Ernährungstherapie der Krebsnachsorge Stade e.V. bietet Betroffenen und Angehörigen Begleitung und Information in jeder Phase der Erkrankung an, beginnend mit der Diagnose, vor, während und nach der Behandlung und in der Nachsorge.

Das Beratungsteam: Roswita Spellerberg, Uta Ehlers, Simone
Morawietz, Stefanie Kelzenberg, Susanne Sabel (von links).

Das Beratungsteam: Roswita Spellerberg, Uta Ehlers, Simone Morawietz, Stefanie Kelzenberg, Susanne Sabel (von links).

Das Team der Krebsnachsorge ist seit Anfang des Jahres erweitert um Roswita Spellerberg, staatlich anerkannte Lehrkraft für Diätassistenten, die ernährungstherapeutische Beratung anbietet. Dabei wird jeder individuell beraten durch Erfassung des aktuellen Ernährungszustandes, Ernährungstipps vor oder nach der Operation, Tipps zum Essen und Trinken unter Strahlen- und/oder Chemotherapie, Hinweise zum Umgang
mit Nebenwirkungen der Behandlung Strategien um wieder zu Kräften zu kommen. Auch das psychoonkologische Angebot der Beratungsstelle wurde um eine neue Beraterin, Diplom-Pädagogin Simone Morawietz, erweitert und kann von Betroffenen und Angehörigen bei allen wichtigen Fragen genutzt werden. Die Krebsnachsorge bietet außerdem: "Wendepunkt: Diagnose Krebs", ein psychologisches Seminar unter der Leitung von Diplom-Psychologin Marlies Oschmann, das erkrankten Frauen und Männern die Möglichkeit bietet, sich mit der veränderten Situation auseinanderzusetzen, mehr Gelassenheit und weniger Angst zu entwickeln. freie Plätze in den Wassergymnastikgruppen in Stade und Buxtehude. Professionell abgestimmte und schonende Bewegungen im Wasser sollen das Wohlbefinden durch sportliche Betätigung steigern. Fortlaufende Gesprächsgruppen für Erkrankte und Angehörige. Anmeldung für alle Veranstaltungen und mehr Informationen in der Geschäftsstelle Stade. (sbi)

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05.03.2011 - Krebsnachsorge mit Zuversicht angehen

Pressebericht aus dem Stader Tageblatt:
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Krebsnachsorge mit Zuversicht angehen

Die Gesundheitskolumne von Dr.Thilo Töllner

Die Diagnose Krebs ist für alle Betroffenen zunächst ein Schock. Sie sehen einen langen Leidensweg vor sich mit vielen Operationen und Behandlungen mit schweren Nebenwirkungen. Nicht selten wird schon die Feststellung eines bösartigen Tumors als Todesurteil empfunden.

Dabei sind die Chancen, eine Krebserkrankung zu überleben, gerade in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Verbesserte Früherkennung und effizientere Behandlungsmethoden sorgen dafür, dass viele Betroffene heute geheilt werden oder mit der Erkrankung noch lange gut leben können. Schon nach Abschluss aller Untersuchungen, oft noch vor einer Operation, können Fachärzte in den meisten Fällen erkennen, ob der Tumor nur in einem Bereich aufgetreten ist oder ob er bereits in andere Organe gestreut hat. Im letzteren Fall sollte der Patient immer unter enger Überwachung des entsprechenden Facharztes bleiben, um eine fortlaufende, individuelle Behandlung zu erhalten.

Kann der Tumor aber vollständig entfernt, mit Medikamenten oder Strahlentherapie behandelt werden, geht man heute von einer weitestgehenden Heilung aus. Diesen Patienten wird eine auf die jeweilige Tumorerkrankung zugeschnittene Nachsorge angeboten.

Den meisten von einer Krebserkrankung Genesenden fällt es zunächst schwer, wieder Vertrauen in ihren Körper zu gewinnen. Sie müssen lernen, nicht bei jeder Veränderung ihres Befindens, bei Schmerzen oder kleineren Gesundheitsstörungen gleich an einen Rückfall zu denken. Sie sollten sich darauf konzentrieren, sich wieder in ihrem Leben einzurichten und, vor allem, ihre Lebensqualität zurückzugewinnen.

Auch die Nachsorge hilft den Betroffenen, vorübergehende Störungen der Befindlichkeit von Veränderungen zu unterscheiden, die auf ein erneutes Auftreten der Krankheit hinweisen können. Bei diesen Kontrolluntersuchungen achtet der Arzt besonders auf Beschwerden oder Auffälligkeiten, die auf einen neuen Tumor oder Metastasen zurückzuführen sind. Auch die weiteren Untersuchungen zielen darauf ab, erneute Erkrankungen in einem noch gut behandelbaren Stadium zu entdecken. So werden nach einer Darmkrebserkrankung regelmäßig Darmspiegelungen durchgeführt, nach einem Brustkrebs regelmäßige Mammographien.

Geht es dem Patienten gut, gibt es aber auch keinen Grund, weitere Untersuchungen durchzuführen, um nach eventuellen Metastasen zu suchen. Auch die Bestimmung von Tumormarkern ist nur bei sehr wenigen Krebsarten und nur unter der Kontrolle eines erfahrenen Spezialisten sinnvoll. Nur ein minimaler Anteil der ursprünglich Geheilten entwickelt im Laufe der Zeit doch Metastasen. Dabei ist es für die weitere Entwicklung der Erkrankung in den meisten Fällen völlig unwichtig, ob diese sofort oder etwas später diagnostiziert werden. Die Überlebenschancen hängen zwar bei der Erstdiagnose des Tumors vom Zeitpunkt der Diagnosestellung ab, nicht aber bei der Diagnose der Metastasen.

Die Nachsorge verlangt vom Arzt Augenmaß und Fingerspitzengefühl und von den Patienten Gelassenheit. Zu häufige Untersuchungen lösen oft falschen Alarm aus. Viele Patienten geraten in Panik, wenn die Tumormarker gering ansteigen, obwohl diese Veränderung auch bei einigen Infektionskrankheiten auftreten kann. Selbst gesunde, geheilte Menschen leben oft in großer Sorge vor jeder Untersuchung.
Deshalb: Vertrauen Sie bei der Nachsorge ihrem (Fach-) Arzt, wenden Sie sich mit allen Beschwerden an ihn und lassen Sie alle notwendigen Vorsorgeuntersuchungen durchführen. Lernen Sie aber vor allen Dingen, sich und ihrem Körper zu vertrauen.

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11.01.2011 - Dem Brustkrebs auf der Spur

Pressebericht aus dem Stader Tageblatt:
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Die Klinik Dr. Hancken verfügt über in der Region einzigartige Diagnose-Geräte zur Früherkennung

Stade (sbi). Auf der Suche nach bösartigen Tumoren in der Brust zeigt sich die Radiologische Klinik Dr. Hancken in Stade technisch hoch gerüstet. Klinikchef Dr. Christoph Hancken verweist darauf, dass die diagnostischen Möglichkeiten in Stade denen Hamburger Kliniken in nichts nachstünden. Im Gegenteil: Die Stader Klinik verfügt zum Teil über Diagnosetechnik, wie sie nicht einmal in der Universitätsklinik Eppendorf vorhanden ist.

Neueste Errungenschaft in der Praxis für Mammadiagnostik an der Hancken-Klinik ist seit Ende Dezember 2010 die Möglichkeit zur "Elastografie" - eine Weiterentwicklung von Ultraschall sowie auch Magnetresonanztomografie (MRT). Dieses bildgebende Verfahren macht sich zunutze, dass Tumorgewebe in der Regel dichter strukturiert ist als eine harmlose Zyste oder gesundes Gewebe. Die Elastografie stellt die Gewebedichte farblich dar und erleichtert es, gutartige von bösartigen Befunden zu unterscheiden. So bleiben der Patientin unter Umständen Punktionen gesunden Gewebes erspart und unnötige Kosten werden verhindert. Ein in der Praxis für Mammadiagnostik vorhandenes Gerät ist mit der Elastografietechnik ausgestattet worden.

Eine für die Region einzigartige Technik zur Krebsdiagnose bietet die Kernspintomografie (auch Magnetresonanztomografie/MRT) der Brust, bei der während dieser Untersuchung auch - mit einer MRT-gesteuerten Spezialnadel aus Keramik - Gewebeproben entnommen werden können. Dieses Diagnoseverfahren ist eine Ergänzung, wenn Mammografie und Ultraschalluntersuchung nicht eindeutig sind. Bislang wurden Patientinnen aus der Region dafür ins Henriettenstift nach Hannover geschickt. In Norddeutschland gebe es nur dort und in Kiel - und nun auch in Stade - Geräte dafür, sagt Dr. Thilo Töllner, Radiologe und Leiter der Praxis für Mammadiagnostik. Ein weiteres dort seit kürzerer Zeit praktiziertes neuartiges Verfahren zur Früherkennung von Brustkrebs ist die Tomosynthese, eine digitale Mammographie. Dabei bewegt sich die Röntgenröhre des Mammografiegeräts bogenförmig um die Brust und macht - bei geringer Strahlenbelastung - innerhalb kürzester Zeit insgesamt 25 Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln. Im Millimeterabstand kann der Arzt so Schicht für Schicht auf dem Bildschirm das Gewebe inspizieren. Das ist besonders hilfreich bei der Beurteilung von dichtem Brustgewebe. "Dieses Verfahren ist ein Meilenstein in der Diagnostik", sagt Christoph Hancken. Und Stade sei weit und breit der einzige Standort eines solchen Geräts. Selbst aus Hamburg kämen Patientinnen zur Tomosynthese. Die nächste Möglichkeit dieser Untersuchung gebe es an der Medizinischen Hochschule in Lübeck.
Aber es ist nicht die regionale Besonderheit, wegen derer Dr. Christoph Hancken und Dr. Thilo Töllner die hochmodernen Hightech-Geräte so loben. "Mit ihnen lässt sich Brustkrebs früher entdecken. Und das bedeutet, weniger Chemo, Entfernung von weniger Gewebe und größere Heilungschancen für die Patientinnen", sagt Radiologe Töllner.