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Archiv aktueller Beiträge aus dem Jahr 2012

06.10.2012 - "Tasten ist keine Krebs-Vorsorge"

Pressebericht aus dem Stader Tageblatt:
© 2012 Zeitungsverlag Krause GmbH & Co. KG

Immer mehr Frauen gehen zur Vorsorge - Aber: 6000 ignorieren das für sie kostenlose Mammographie- Screening

Wolfgang Stephan Landkreis. Ist das Glas leer oder halbvoll? 68 Prozent der Frauen ab 50 Jahren nutzen im Kreis Stade die für sie kostenlose Brust-krebs-Vorsorgeuntersuchung - mehr als in anderen Kreisen. Aber: 32 Prozent, das sind gut 6000 Frauen, ignorieren das Mammographie-Screening. Dabei erkrankt statistisch jede achte Frau in Deutschland an Brustkrebs. Wird die Krankheit jedoch frühzeitig erkannt, stehen die Chancen für eine Heilung gut.

International wird im Oktober regelmäßig ein Weltbrust-krebstag ausgerufen, um die Frauen für ein Thema sensibel zu machen, das sehr sensibel ist. Jedes Jahr erkranken in Deutschland 59 000 Frauen an Brustkrebs, 17 000 sterben daran. Besonders häufig treten Brustkrebserkrankungen bei Frauen in der Altersgruppe ab 50 Jahren auf. Die Bundesregierung hat deshalb im Jahr 2002 das Screening-Programm beschlossen, das Frauen dieses Alters alle zwei Jahre den Zugang zur Mammographie erleichtern soll. In der Elbe-Weser-Region Die Mammographie kann Leben retten - jede achte Frau wurde das Screening im April 2006 eingeführt.

Am Montag, 8. Oktober, startet in Buxtehude der vierte Untersuchungs-zyklus (siehe Artikel). Im vergangenen Jahr haben sich rund 13 000 Frauen im Kreisgebiet an dem für sie kostenlosen Screening-Programm beteiligt. Bei rund 600 Frauen gab es Auffälligkeiten, die näher untersucht werden mussten. Die erfreuliche Zahl dabei: Nur 80 hatten Krebs.

"Ich kann jeder Frau nur raten, zur Mammographie zu gehen, denn Tasten ist noch keine Früherkennung", sagt Dr. Iris Czybulka-Jachertz, die Leiterin des Brustzentrums Stade-Buxtehude. Die Chefärztin der Gynäkologie am Elbe Klinikum weiß aber auch, warum rund 32 Prozent der Frauen ab 50 Jahren nicht zur Untersuchung gehen:
- Angst vor einem schlechten Ergebnis.
- Angst vor der Strahlenbelastung.
- Angst vor möglichen Schmerzen bei der Behandlung.

Auch wenn diese Ängste verständlich seien, gebe es keine Alternative. Dr. Czybulka-Jachertz: "Die Strahlenbelastung ist im Verhältnis zum Nutzen gering und die Untersuchung tut auch nicht sonderlich weh, schließlich gehen wir alle auch zum Zahnarzt."

Das Problem und die Chance gleichermaßen: Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen, eine Fruüherkennung sei umso wichtiger, denn: "Die Frauen haben gute Aussichten auf Heilung", sagt Dr. Thilo Töllner. Der Facharzt für radiologische Diagnostik in der Klinik Dr. Hancken in Stade ist Spezialist für Mammadiagnostik und leitet als Programmverantwortlicher Arzt die Röntgenreihenuntersuchungen im Elbe-Weser-Raum.

Mit der Statistik ist er zufrieden: 2007 hatten sich 10 500 Frauen untersuchen lassen, im vergangenen Jahr 13 094. "Das ist ein zufriedenstellender Wert", sagte Töllner gestern bei der routinemäßigen Sitzung einer Expertengruppe: Das "Prä-Operative-Tumor-Board" tagt wöchentlich und besteht aus zahlreichen Spezialisten, die die auffälligen Fälle aus den Screening-Untersuchungen gemeinsam analysieren und Konsequenzen besprechen.

Zu der Gruppe gehören neben den weiteren Frauenärztinnen Edith Schuler und Andrea Tölke aus den Elbe Kliniken auch die Spezialisten der Hancken-Klinik um Thilo Töllner, der ebenfalls an die betroffene Frauengruppe appelliert: "Wer sich untersuchen lässt, reduziert sein eigenes Risiko erheblich, falls er erkrankt sein sollte."

Screening beginnt in Buxtehude

Am Montag, 8. Oktober, startet in Buxtehunde der vierte Untersuchungszyklus im Rahmen des Mammographie- Screening-Programms für Frauen in der Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahre. Das Mammobil, die mobile Untersuchungsstation, steht bis zum 17. Dezember auf dem Parkplatz des Elbe Klinikums Buxtehude. Frauen der anspruchsberechtigten Altersgruppe, die in Buxtehude gemeldet sind und bis Ende November noch keine Einladung erhalten haben oder ihren Termin ändern möchten, sollten sich bei der Zentralen Stelle in Bremen melden, die für die Einladungen zuständig ist. Die Telefon-Nummer lautet:  04 21/ 36 11 40 94.

Für die Untersuchung werden hochmoderne, strahlungsarme, digitale Röntgengeräte eingesetzt. Jede Aufnahme wird von zwei speziell geschulten Radiologen betrachtet und im Fall von Auffälligkeiten in einer Konferenz unter der Leitung von Dr. Töllner besprochen. Erst danach fällt die Entscheidung, ob eine weitere Abklärung erforderlich ist.

Die Teilnahme an den Reihenröntgenuntersuchungen ist freiwillig und – für gesetzlich Versicherte – kostenlos. Auch eine Praxisgebühr fällt nicht an.

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01.10.2012 - Mehr Lebensfreude trotz Krebs

Pressebericht aus dem Stader Tageblatt:
© 2012 Zeitungsverlag Krause GmbH & Co. KG

200 Besucher informierten sich auf dem Patiententag im Stadeum zum Thema Krebs - Vor allem psychosoziale Betreuung im Fokus

STADE. Die Diagnose Krebs ist für viele Patienten und deren Angehörige ein traumatisches Erlebnis, das viele Fragen aufwirft: Wie geht mein Leben weiter? Was soll ich essen? Darf ich noch Sport treiben? Ein Informationstag im Stadeum in Stade sollte am Sonnabend unter dem Titel "Leben mit Krebs" diese und andere Fragen beantworten. Organisiert wurde der Tag von den Tumorzentren der Klinik Dr. Hancken und den Elbe Kliniken Stade-Buxtehude.

"Kochen ist das normale Leben": TAGEBLATT-Chefredakteur Wolfgang
Stephan, NDR-Moderatorin Alida Gundlach, Küchenmeister in der
Seeburg Carl-Michael Hofmann und Auszubildender Oliver Weseloh (von
links) unterhielten mit einer Kochshow die Besucher - Foto Tiemann

"Kochen ist das normale Leben": TAGEBLATT-Chefredakteur Wolfgang Stephan, NDR-Moderatorin Alida Gundlach, Küchenmeister in der Seeburg Carl-Michael Hofmann und Auszubildender Oliver Weseloh (von links) unterhielten mit einer Kochshow die Besucher - Foto Tiemann

"Wir wollen zeigen, welches Leistungsspektrum in Stade angeboten wird", sagt Dr. Christoph Hancken. Denn die Vernetzung der verschiedenen Disziplinen sei in Stade außergewöhnlich. "Weg vom Einzeldoktor hin zum Team", sagt Dr. Thilo Töllner Facharzt für Radiologie und Mamma-Diagnostik. Und Iris Czybulka-Jachertz Chefärztin der Frauenklinik fügt hinzu: "Wir sprechen miteinander und ergänzen uns." Wenn jemand zu ihr in die Brustsprechstunde kommt, wisse sie schon alles über den Verlauf der Krankheit, weil sie sich bei den Kollegen informiert habe. Außerdem sei es für die Patienten angenehm, dass sie sich nicht um Termine an anderen Kliniken kümmern müssen. "Das läuft bei uns alles im Hintergrund automatisch", sagt Czybulka-Jachertz.

Durch die Vorträge führte NDR-Moderatorin und Buchautorin Alida Gundlach, bei der mit 32 Krebs diagnostiziert wurde. "Ich habe mich hilflos und ausgeliefert gefühlt", sagt die heute gesunde Moderatorin. Sie hätte sich damals vor allem mehr psychische Unterstützung gewünscht. Dieser Punkt wurde auch am Sonnabend aufgegriffen und in den Fokus der Veranstaltung gerückt.

Doch nicht nur ernste Inhalte standen auf dem Programm. Carl-Michael Hofmann, Küchenmeister im Restaurant Seeburg in Neukloster, zeigte bei einer Kochshow, dass nicht unbedingt ein Rezept zum Kochen nötig ist. "Kochen ist das normale Leben", sagt Iris Czybulka-Jachertz. Deshalb passe die Kochshow wunderbar in die Veranstaltung. TAGEBLATT-Chefredakteur Wolfgang Stephan und Alida Gundlach begleiteten den Küchenmeister als Moderatoren.

Außerdem sorgte die Samba-Percussion-Band Sambassion mit einem Trommelfeuer für Unterhaltung in der Mittagspause.

Die Vorträge deckten ein breites Spektrum rund um das Thema Krebs ab. Barbara Illig von der Krebsfürsorge Bremervörde ist Allgemeinmedizinerin und hebt auch in ihrem Vortrag hervor wie wichtig die psychoonkologische Betreuung der Krebspatienten sei. Am Ende ihres Vortrags blickt Illig ins Publikum und sagt: "Mir ist wichtig, dass die Patienten am Ende einer schweren Zeit sagen: Mit Krebs kann man leben - gut sogar." (tie)

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03.07.2012 - Neue Technik zum Aufspüren von Krebszellen

Pressebericht aus dem Stader Tageblatt:
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Lob von Minister Schünemann

STADE.. Kürzlich wurde in der Klinik Dr. Hancken in Stade ein neues Kapitel aufgeschlagen: Dann kann endlich das PET-CT in Betrieb genommen werden. Das Kürzel steht für die Kombination von Positronen-Emissionstomographie und Computertomographie. Es geht um eine neue Technik zur noch schnelleren und präziseren Darstellung von kleinen, nur wenige Millimeter großen Tumoren und Metastasen.

Bei dieser Methode, die zu den sogenannten bildgebenden Verfahren in der Medizin gehört, wird den Patienten eine schwachradioaktive Markierungslösung auf der Basis von Traubenzucker injiziert. Alle Körperzellen brauchen Zucker oder andere Energielieferanten, um den Stoffwechsel aufrechtzuerhalten, doch viele Tumorzellen sind "hungriger" als gesunde Zellen und nehmen entsprechend auch mehr Zucker auf. Im Tomographen zeigen die Zuckerkonzentrationen in unterschiedlichen Helligkeits- beziehungsweise Farbwerten an, ob es sich um eine gesunde Zelle oder eine Krebszelle handelt.

Durch die neue Kombination von PET mit einem CT (Computertomographen) entstehen Aufnahmen, die den behandelnden Strahlentherapeuten und Onkologen präzise dreidimensionale Bilder des Tumors oder möglicher Metastasen liefert. "Dadurch können wir die Therapien von Krebserkrankungen noch individueller planen und durchführen", sagte Dr. Christoph Hancken. "Es ist ein Unterschied in der Behandlung, ob ein Tumor noch keine oder eine oder bereits vier oder fünf Metastasen gebildet hat."

Zu den ersten Besuchern, denen Christoph Hancken die neue hochmoderne Medizintechnik vorgestellt hat, zählte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann. Der Landtagsabgeordnete Kai Seefried hatte dem Innenminister bei seiner Tour im Landkreis Stade auch einen Besuch der Klinik Dr. Hancken empfohlen. Minister Schünemann war sehr beeindruckt: "Wir können sehr dankbar sein, dass diese Klinik diese Entwicklung nehmen kann".

Das Lob gilt nicht nur dem neuen PET-CT und den neuen Linearbeschleunigern im Zentrum für Strahlentherapie, sondern auch den zahlreichen Kooperationen, die Hancken mit den Elbe Kliniken Stade-Buxtehude und den Krankenhäusern in Cuxhaven, Bremervörde, Lilienthal und Zeven abgeschlossen hat. "Dadurch können wir Doppeluntersuchungen vermeiden, die Untersuchungsergebnisse stehen den behandelnden Ärzten dank unserer digitalen Technik sofort zur Verfügung, Therapien und Operationen können besser und schneller vorbereitet werden, und durch unsere Spezialisierung und unsere bewährte Arbeitsteilung können wir den Patienten stets die neueste Medizintechnik bieten", erklärte Klinikchef Hancken.

Da können sich auch andere ein Beispiel nehmen", lobte Minister Schünemann, "eine derart erfolgreiche Zusammenarbeit können wir auch in anderen Bereichen brauchen."

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27.06.2012 - Brustzentrum erhält sehr gute Noten

Pressebericht aus dem Stader Tageblatt:
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Patientinnen durften abstimmen: Einrichtung zur Therapie von Brustkrebs in Stade und Buxtehude liegt bundesweit auf drittem Platz

LANDKREIS.. Überdurchschnittlich gute Betreuung, Information und Versorgung der Patientinnen zeichnen das Brustzentrum Stade-Buxtehude aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Patientinnen-Befragung, die das Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung an der Uni Köln sowie das Zentrum für Versorgungsforschung im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft 2010 durchgeführt und kürzlich veröffentlicht haben.

Teilgenommen an der Umfrage haben 7301 Patientinnen, die in 128 Brustkrebszentren und 160 OP-Standorten behandelt worden waren. Der umfangreiche Fragebogen erfasste in 20 Kategorien alle Aspekte der Aufnahme, Behandlung, Betreuung durch Ärzte und Pflegepersonal sowie der Nachsorge.

Den ersten Platz unter allen Brustzentren erreichte das gemeinschaftlich von den Elbe Kliniken Stade-Buxtehude und der Klinik Dr. Hancken betriebene Zentrum in der Kategorie Basisinformation der Patientinnen über Krankheit, Therapieangebote und -abläufe sowie den besonderen Service der zertifizierten Brustzentren.

In der Kategorie psychosoziale und psychoonkologische Betreuung, für die die Psychologen der Klinik Dr. Hancken, Susanne Sabel und Karl Neuwöhner, zuständig sind, hat das Brustzentrum den zweiten Platz errungen. In weiteren Kategorien wie Erreichbarkeit der Pflegekräfte, Vertrauen zu den Pflegekräften, Unterstützung und Patientenaktivierung durch die Ärzte, einfühlsame Informationsvermittlung und Qualität der Kundenbetreuung, war das Brustzentrum deutlich unter den besten Zehn.

"Über dieses Ergebnis haben wir uns sehr gefreut," sagt Dr. Thilo Töllner. "Dass unsere Leistungen so gut angenommen werden, zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Der Radiologe der Klinik Dr. Hancken, der auch als programmverantwortlicher Arzt das Mammographie-Screening-Programm Elbe-Weser leitet, ist Koordinator des Brustzentrums.

Das besondere Merkmal der Brustzentren ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Im Brustzentrum Stade-Buxtehude werden die Patientinnen von Radiologen, Strahlentherapeuten und den Hämatoonkologen der Klinik Dr. Hancken, den Pathologen und Gynäkologen der Elbe Kliniken Stade und Buxtehude sowie niedergelassenen Haus- und Frauenärzten behandelt. Jede Tumortherapie wird individuell auf die speziellen Bedürfnisse der Patientin abgestimmt, zügig ohne Wartezeiten geplant und mit den Betroffenen besprochen.

Auch die beiden Oberärztinnen Dr. med. Edith Schuler und Andrea Tölke, die unter der Leitung von Dr. med. Iris Czybulka-Jachertz, der Chefärztin der Gynäkologie der Elbe Kliniken, für die Brustsprechstunden des Zentrums und die Operationen in Buxtehude und Stade verantwortlich sind, freuen sich über das erstklassige Zeugnis, das die Patientinnen ihnen ausgestellt haben. "Ich bin sehr froh, dass die Leistungen der Pflegekräfte und der auf die Versorgung von Brustkrebspatientinnen spezialisierten "Breast-Care-Nurses" von den Patientinnen so gut angenommen werden," sagt Dr. Czybulka-Jachertz, "uns ist es sehr wichtig, dass sich die Patientinnen wirklich gut aufgehoben und umsorgt fühlen. Das sollen auch die Herzkissen zeigen, die jede Patientin von uns bekommt." Allen Beteiligten sei das hervorragende Ergebnis ein Ansporn, die hohe Qualität des Brustzentrums zu halten und kontinuierlich zu verbessern.

Pro Jahr werden an den beiden Standorten des Zentrums etwa 250 Brustkrebspatientinnen behandelt. Die hohe Qualität hat quasi schon Tradition: Seit der Erstzertifizierung im Jahr 2007 hat das Brustzentrum Stade-Buxtehude die jährlichen Kontrollen und die Rezertifizierung vor zwei Jahren immer mit Auszeichnung bestanden.

Dass aber auch das Lob der Patientinnen und die Ergebnisse der bundesweiten Umfrage einen hohen Stellenwert haben, liegt in der besonderen Methode der Befragung. Die Bögen mit mehr als 50 Fragen wurden den Teilnehmerinnen erst nach ihrer Entlassung und nach Eingang ihrer Zustimmung nach Hause geschickt. Dieses Vorgehen hat erhebliche Vorteile gegenüber einer Befragung im Krankenhaus. Die Teilnehmer mussten sich nicht durch die Nähe zu Ärzten oder Pflegepersonal zu besonders positiven Aussagen verpflichtet fühlen und die Regelungen für die Nachsorge konnten in die Befragung mit einbezogen werden.

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28.04.2012 - Psychologische Hilfe bei Krebs

Pressebericht aus dem Stader Tageblatt:
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Die Gesundheitskolumne von Karl Neuwöhner

Vor vielen Jahren gingen ein Krebsarzt (Onkologe) und ein Psychiater gemeinsam zur Visite. In einem Krankenzimmer trafen sie eine 35-jährige Frau, die wegen einer Leukämie 14 Monate behandelt wurde. "Die Patientin ist geheilt!" präsentierte der Onkologe stolz sein Behandlungsergebnis dem Kollegen. Dieser sah jedoch eine weinende Frau auf dem Bett sitzen, die kaum sprechen konnte. Sie konnte ihre rechte Hand nicht bewegen und klagte über heftige Schmerzen in den Knien, sobald sie sich aufrichtete.

Neuwöhner

Karl Neuwöhner

Wie der Psychiater erfuhr, war die Patientin zunächst unter dem Schock der Diagnose zusammen-gebrochen, hatte während der anschließenden Behandlung viele ängstigende Erfahrungen gemacht, konnte mit ihrer Familie kaum über die Krankheit sprechen, musste ihren Arbeitsplatz aufgeben und litt noch unter den Nachwirkungen der Chemotherapie.

Die beiden Ärzte waren niemand anderes als Professor Georg Martz, der erste Direktor der 1966 eröffneten onkologischen Station des Universitätsspitals in Zürich und Professor Fritz Meerwein, der Begründer der Psychoonkologie im deutschsprachigen Raum.

Auch wenn die Statistik zeigt, dass eine Krebskrankheit heute nicht mehr unmittelbar lebensbedrohend ist, trägt sie dennoch das Stigma von Hoffnungslosigkeit und Unheilbarkeit. Oft löst die Diagnose eine Lebenskrise aus, in der Partnerschaft und Beruf, persönliches Körperbild und Wertesystem neu geordnet werden müssen. "Ich sehe jetzt ganz anders aus als vorher!", "Wie schlimm ist die Krankheit bei mir wirklich?", "Wie kann ich mit meinen Kindern darüber sprechen?" - Diese Fragen beschäftigen fast alle Patienten und Patientinnen, die von einer Krebskrankheit betroffen sind. Zugleich berichten sie von Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Scham und Selbstunsicherheit, Trauer und Niedergeschlagenheit, Erschöpfung und Müdigkeit. Gut, wenn eigene innere Kraftquellen oder die Familie, Freunde und Nachbarn bereit stehen, um die körperlichen und seelischen Belastungen mit zu tragen.

Wenn die eigenen Ressourcen nicht ausreichen, weil die Probleme zu komplex sind oder weil die Krankheit und Behandlung schon so lange dauert, dann steht jedem Krebspatienten psychologische oder psychotherapeutische Hilfe zu. Darum gibt es in allen Tumorzentren, die sich an internationalen wissenschaftlichen Standards orientieren, Psychoonkologen. Diese begleiten die Patienten und Patientinnen während des gesamten Krankheitsverlaufes entweder in den onkologischen oder strahlentherapeutischen Kliniken wie zum Beispiel in Kiel, Hamburg, Hannover und Stade, in allen Rehakliniken oder in ambulanten Beratungsstellen in Verbindung mit onkologischen Praxen.

Die Psychoonkologen absolvieren eine spezielle therapeutische Zusatzausbildung bei der Deutschen Krebsgesellschaft, die sie befähigt, zu den verschiedenen Belastungen gezielte Hilfen anzubieten. Zum Beispiel bei Luftnot, Schmerzen oder Schlafstörungen gibt es sehr gute Anleitungen, die helfen, diese Symptome zu lindern. Schon wenige Gespräche reichen manchmal aus, um das Selbstvertrauen wiederherzustellen oder die Kommunikation in der Familie zu verbessern.

Genauso wie in der medikamentösen Therapie ist in der Psychoonkologie eine sehr individuelle Behandlung des Patienten und seiner Angehörigen notwendig, um die persönlichen und zwischenmenschlichen Kraftquellen wieder zu aktivieren. Dazu können auch spirituelle oder religiöse Dinge gehören, wenn sie zu Hoffnung und Sinn im Leben mit der Krankheit beitragen.

In den onkologischen Zentren in Stade und Buxtehude gibt es ein ganzes Netz von Unterstützern, deren Hilfe jedem Patienten und jeder Patientin bei der Aufnahme angeboten wird.

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18.03.2012 - Mehr Komfort für Patienten

Neue Kernpintomographie in der Klinik Lilienthal

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04.02.2012 - Der schonende Blick ins Herz

Pressebericht aus dem Stader Tageblatt:
© 2012 Zeitungsverlag Krause GmbH & Co. KG

Cardio-CT als Vorsorge gegen Herzinfarkt

Wolfgang Stephan Landkreis. Es tut nicht weh, und keiner hat gebohrt: Mit einem für die Patienten schonenden Verfahren werden in der Stader Klinik Hancken in Kooperation mit der Stader-Herz-Lungen-Praxis die Herzgefäße untersucht - mit einer Diagnostik, für die bisher Katheter in die Arterien geführt werden mussten - ein weitaus aufwendigeres und risikoreicheres Verfahren.

Dieses Bild vom Herzen eines Mannes hat der Computer erstellt: Mit
dem Cardio-CT werden Aufnahmen geliefert, die den Medizinern eine
detaillierte Analyse vom Zustand der Herzkranzgefäße und Arterien
am Herzen ermöglichen. Die Untersuchung ist eine Co- Produktion
von Christoph Hancken und dem Stader Kardiologen Stephan Brune.
Fotos Stephan

Dieses Bild vom Herzen eines Mannes hat der Computer erstellt: Mit dem Cardio-CT werden Aufnahmen geliefert, die den Medizinern eine detaillierte Analyse vom Zustand der Herzkranzgefäße und Arterien am Herzen ermöglichen. Die Untersuchung ist eine Co- Produktion von Christoph Hancken und dem Stader Kardiologen Stephan Brune. Fotos Stephan

Herzkrankheiten sind nach wie vor die Todesursache Nummer eins in Deutschland, jährlich erleiden rund 250 000 Menschen einen Herzinfarkt, der in der Regel auf Grund einer Durchblutungsstörung entsteht, die in den meisten Fällen durch Blutgerinnsel in einer arteriosklerotisch veränderten Engstelle eines Herzkranzgefäßes hervorgerufen wird. "Je frühzeitiger wir eine Verengung erkennen, desto besser kann geholfen werden", sagt der Stader Kardiologe Stephan Brune, der gemeinsam mit der Klinik Dr. Hancken eine neue Form der Herzgefäßdiagnostik betreibt. Lange Zeit war eine Untersuchung nur mit einem durch die Leistenarterie eingeführten Katheter möglich. "Neue Entwicklungen in der Computertomographie (CT) haben jetzt die Diagnostik auch ohne Herzkatheter ermöglicht", sagt Klinikchef Christoph Hancken.

Dem Patienten wird ein Kontrastmittel gespritzt, danach wird er in die Röhre des Computertomographen gelegt, der Einzelaufnahmen liefert, die anschließend vom Computer zu dreidimensionalen Bildern verarbeitet werden. Die Röntgenröhre kreist dabei in einer Umdrehungszeit von 330 Millisekunden in 360 Grad um den Patienten.
Die gesamte Untersuchung dauert nur rund sechs Sekunden. Mit den gelieferten Bildern können die Mediziner anschließend die Engstellen in den Herzkranzgefäßen erkennen und besser therapieren. "Das ist dann er einzige Nachteil dieses Verfahrens", sagt Stephan Brune, "denn sollten Verengungen bestehen, könnten die bei einer Herz-Katheteruntersuchung auch direkt mit so genannten Stents behandelt werden."

Der Vorteil: Die Untersuchung ist wenig belastend. Allenfalls allergische Reaktionen auf das Kontrastmittel könnten auftreten, sagt Christoph Hancken, der auch die Strahlenbelastung als gering bezeichnet: "Etwa das Zwanzigfache, das wir bei einem Transatlantikflug abbekommen."
Zwei- bis dreimal pro Woche ist das Cardio-CT derzeit im Einsatz. Die Untersuchung ist keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung und wird deshalb nicht von allen Kassen bezahlt, einzelne Betriebskrankenkassen übernehmen die Kosten in Höhe von rund 450 Euro. Für alle Patienten gilt: Ein Kardiologe sollte die Empfehlung für diese Untersuchung geben.

Ein Film über diese Cardio-CT ist in der TAGEBLATT-Wochenschau vom 24. Januar zu sehen, unter www.tageblatt.de