Ultraschall bei Kindern
Ultraschallbilder werden nicht mit ionisierenden Strahlen sondern mit mechanischen Wellen nach dem Prinzip des Echolots erzeugt. Dadurch profitieren gerade kindliche Patienten erheblich von den Fortschritten dieser Bildgebung. Es sind keine Nebenwirkungen des zu diagnostischen Zwecken angewandten Ultraschalls berichtet worden. Die Methode ist also nicht nur nicht belastend, sondern hat auch noch einen ganz anderen wesentlichen Vorteil gegenüber Computer- oder Magnetresonanztomographie: man kann mit dem Ultraschallgerät zum Patienten kommen z.B. auf die Intensivstation und die Untersuchung ohne einen zusätzlich belastenden Transport direkt am schwerkranken Patienten vornehmen.
Die häufigste Untersuchung ist der Hüftultraschall. Noch vor 25
Jahren mussten zum Ausschluß einer Hüftreifungsstörung im ersten
Lebensjahr mehrere Röntgenaufnahmen des Beckens angefertigt werden,
welche durch die dort liegenden Eierstöcke bzw. Hoden und des viel
in den Beckenschaufeln liegenden blutbildenden Knochenmarks in
diesem Alter als recht strahlenbelastende Untersuchung einzustufen
ist. Heute kann auf diese Beckenaufnahme im ersten Lebenshalbjahr
verzichtet werden. Zusätzlich sind im Ultraschall die überwiegend
knorpelig angelegten Anteile des Hüftgelenks sogar besser
darstellbar. Somit konnte der Hüftultraschall als
Vorsorgeuntersuchung flächendeckend eingeführt werden.
Auch in der Nieren- und urologischen Diagnostik hat der Ultraschall
das Röntgen nicht völlig, aber doch deutlich zurückgedrängt.
Bereits während der Schwangerschaft können heute sehr viele
urologische Fehlbildungen und Nierenanomalien entdeckt werden. Je
nach Diagnose kann dann gezielt das weitere Vorgehen auch bezüglich
der weiterführenden Bildgebung z.B. Röntgen geplant werden. So kann
der Ultraschall die Fragestellungen, die im Verlauf an eine
Magnetresonanz- oder Computertomographie gestellt werden,
präzisieren. Nach erfolgter Behandlung sind die weiteren Kontrollen
wieder meistens lediglich mit Ultraschall möglich.
Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die Betreung von
Neugeborenen und insbesondere Frühgeborenen. Aufgrund der Unreife
von Frühgeborenen sind diese in den ersten Tagen und Wochen sehr
gefährdet, eine Hirnblutung zu erleiden. Diese kann zu einer
schweren Behinderung und einem Wasserkopf führen. Hier sind häufige
Kontrollen notwendig, die alle mit Ultraschall durchgeführt werden
können, wobei auch die Dopplersonographie zur Messung der
Blutströmung in den Gefäßen zum Einsatz kommt. Die Untersuchung
kann sehr einfach durch die noch offene Fontanelle am Scheitel
durchgeführt werden.
Natürlich stellen im klinischen Alltag auch Bauchschmerzen,
Erbrechen und Unfälle eine große Zahl an Untersuchungen.
Grundsätzlich eignen sich Kinder sehr gut für den Ultraschall, da
sie meist schlank sind und deshalb die erzielte Bildqualität
hervorragend ist. Dadurch sind die Befunde entsprechend gut
verwertbar. Vorraussetzung bleibt jedoch das Beherrschen der
Methode, kindangepasste Atmosphäre, modernste Geräte und die
sorgfältig durchgeführte Untersuchung.
