Hämatologischer und Onkologischer Schwerpunkt
Dr. med. A. Scherpe
Dr. med. C.-C. Steffens
Dr. med. S. Matutat
Dr. med. E. Unkelbach
Dr. med. A. Renzelmann
Harsefelder Str. 6-8
21680 Stade
Tel: 04141 / 604-147
Man spricht von Krebs oder einem bösartigen Tumor, wenn sich
Körperzellen auf Grund kleinster Veränderungen ihres Bauplans
ungehindert vermehren. Sie verändern ihr Aussehen, bilden Knoten
oder Geschwülste und wachsen in andere Organe hinein. Sie können
Tochtergeschwülste (Metastasen) in benachbarten oder fernen
Regionen des übrigen Körpers bilden. Auch die Blut- und
Lymphzellen, die sich im Körper mehr oder weniger frei bewegen,
können sich unkontrolliert vermehren und ebenfalls Knoten bilden,
z.B. in der Milz, in den Lymphknoten, in der Haut, im Darm. Man
spricht in diesem Fall von malignen Systemerkrankungen.
Krebserkrankungen werden nach dem Organ unterschieden, aus dem heraus sie entstanden sind. Je nach Organ und Art haben
sie ganz verschiedene Eigenschaften: einige vermehren sich schnell,
andere langsam; einige gelangen in andere Organe und bilden dort
Metastasen, andere so gut wie nie; einige lassen sich beeinflussen,
andere nicht.
Dies alles gilt es vor einer Behandlung herauszufinden. Dazu werden neben der radiologischen Diagnostik
fast immer Gewebeproben entnommen und in Speziallabors untersucht.
Liegen alle Untersuchungsergebnisse vor, wird ein individueller
Behandlungsplan ausgearbeitet, der auf die spezielle Art und
Ausbreitung der Tumorerkrankung zugeschnitten ist. Auch die
Beschwerden werden berücksichtigt, die eine Geschwulst macht, wenn
sie z.B. einen Nerv einklemmt oder die Lymphbahnen verlegt, sowie
die Lebenssituation und das Alter der Patientin/des Patienten. Zum
Beispiel behandelt man Brustkrebs vor den Wechseljahren der Frau
anders als danach.
Das für alles wirksame Krebsmedikament und die einzigartig helfende Krebstherapie kann es nicht geben. Wichtig
ist es, ein Team von Ärzten zu finden, das über viel Erfahrung mit
all den wirksamsten Behandlungsmethoden verfügt und diese nach
internationalen Standards miteinander kombiniert. Das ist in
unserer Onkologischen Schwerpunktpraxis der Fall (siehe auch Krebstherapie II).
Die Krebsbehandlung mit Medikamenten (Chemo-, Hormon- und Immuntherapie) darf man sich als eine Art
Reinigung des Körpers von wachstumsgestörten Zellen vorstellen. Die
Wirkung der Medikamente beruht darauf, daß das unkontrollierte
Wachstum der Tumorzellen gestoppt wird. Sogenannte Zytostatika
(Hemmstoffe der Zellteilung) wirken auf den Stoffwechsel der
Tumorzelle ein, damit sie ihre Wachstumsfähigkeit verliert und
abstirbt.
Zur medikamentösen Krebstherapie gehört auch die Behandlung mit
Hormonen (Wirkstoffe innerer Drüsen) oder die Immuntherapie, die
mit Hilfe körpereigener Botenstoffe (z.B. Interferone,
Interleukine) bzw. mit spezifischen Antikörpern (z.B. Trastuzumab,
Rituximab, Bevacizumab, Bortezomib u.v.a.) direkt in die
Zellregulation eingreift und das Tumorwachstum behindert.
Leider gibt es keine wirksamen Krebstherapien ohne Risiken und Nebenwirkungen, auch wenn andere das oft versprechen. Wir bemühen uns, die
Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten oder durch
zusätzliche Medikamente auszuschalten.
"Alternative Krebstherapie"
Die Entscheidung zu einer möglicherweise belastenden Chemotherapie
fällt schwer. Da liegt es nahe zu fragen, ob es nicht einfachere
Alternativen gibt. In der Laienpresse und auch anderswo werden
viele Behandlungsformen angepriesen, von denen behauptet wird, dass
sie Krebserkrankungen heilen können und das auf natürliche, sanfte
Weise. Von speziellen Diäten, von Kräuter- Behandlungen ist da die
Rede, pseudotechnische Verfahren wie Sauerstoff-
Krebs-Mehrschritt-Therapie werden empfohlen oder auch indische und
chinesische Medizin. Wissenschaftlich verwertbare und
nachvollziehbare nützliche Ergebnisse konnte allerdings keines
dieser Verfahren bis heute belegen.
Die Motive, die hinter solchen Empfehlungen stehen, sind nicht
immer lauter. Nicht selten wird sogar die Notlage von
Krebspatienten ausgenutzt, um dubiose Geschäfte zu machen. Seien
Sie bei als Wundermittel angepriesenen Medikamenten oder Verfahren
skeptisch und fragen Sie uns bzw. Ihren behandelnden Arzt dazu. Auf
keinen Fall sollten Sie eine erkennbar erfolgreiche Chemotherapie
zugunsten solcher Methoden abbrechen!
Eine kurze Information über sogenannte alternative Krebsmedizin erhalten Sie beim Krebsinformationsdienst (KID): [download hier...].
Die Anwendung der medikamentösen Krebstherapie erfolgt in der Regel
mittels intravenöser Injektionen oder Infusionen (Spritze und/oder
Dauertropf in die Vene). Die Venen am Arm sind für die Infusion oft
risikoreich oder gar nicht geeignet, so dass ein "zentralvenöser
Zugang" gebraucht wird. Dafür wird entweder ein sogenannter
"Jugularis-Katheter" oder ein verdeckt im Körper implantiertes PORT-System verwendet. Das PORT-System verbleibt während der gesamten
Therapiezeit (ggf. über Monate und Jahre) im Körper, ist immer
problemlos erreichbar, erleichtert erheblich die Anwedung von
intravenösen Infusionen und Transfusionen, reduziert das Risiko
einer Venen-Entzündung und ist Voraussetzung für den Einsatz von
tragbaren Infusionspumpen.
Hämatologischer und Onkologischer Schwerpunkt
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