Nuklearmedizin - Parkinsondiagnostik (DaTSCAN)

Parkinsondiagnostik (DaTScan)

Was ist die Parkinson'sche Krankeit?

Die Parkinson-Erkrankung ist die zweithäufigste neuro-degenerative Erkrankung nach der Alzheimer Erkrankung. Bereits im 3. Jahrhundert vor Christus wurden in alten Schriften Symptome beschrieben, die auf eine Parkinson-Erkrankung schließen lassen. Benannt wurde die Krankheit nach dem englischem Arzt und Apotheker James Parkinson, der diese Erkrankung 1817 erstmals ausführlich beschrieben hatte.

Normale Rezepterdichte im DaTSCAN, fusioniert mit einem MRT des
Kopfes

Die Erkrankungshäufigkeit ist altersabhängig und steigt von 1,4 Prozent bei den 55-Jährigen bis 3,4 Prozent bei den 75-Jährigen. Frauen sind von dieser Erkrankung etwas häufiger betroffen. Die Ursache der Erkrankung ist der Verlust von Dopamin produzierenden Nervenzellen. Das Kardinalsymptom der Erkrankung ist ein Ruhezittern der Extremitäten. Typisch sind auch Muskelsteife und Gangunsicherheit.

Weniger bekannt ist der Einfluss der Erkrankung auf das vegetative/autonome Nervensystem. Dort können eine Vielzahl von Störungen auftreten mit Beeinträchtigung folgender Körperfunktionen:

  • Blutdruck
  • Herzfrequenz
  • Schwitzen
  • Speichelfluss
  • Magenentleerung
  • Darmperistaltik
  • Blasenentleerung
  • Sexualfunktion

Normaler DaTSCAN links, rechts mit Dopaminrezeptormangel bei einem beginnenden M. Parkinson, Verlust an Rezeptoren mit Pfeilen gekennzeichnet

Die Diagnose einer Parkinson'schen Erkrankung ist sehr schwierig, weil es eine Vielzahl von Krankheiten gibt, die ähnliche Symptome hervorrufen können. Hinzu kommt, dass die ersten klinischen Symptome einer Parkinson'schen Krankheit erst fünf bis sieben Jahre nach dem Beginn der Erkrankung auftreten. Zu diesem Zeitpunkt sind dann bereits 50 bis 70 Prozent der Dopamin produzierenden Nervenzellen vernichtet worden. Diese Erkenntnisse führten zur Suche nach einer zuverlässigen Methode, die schon in der frühen Phase der Erkrankung Klärung bringen und eine Diagnose ermöglichen kann. Ein Verfahren, das sich als hilfreich erwiesen hat, Parkinson früh zu erkennen, ist die Szintigraphie des Gehirns, der DaTSCAN.

Was ist ein DaTSCAN?

Ein DaTSCAN ist eine nuklearmedizinische Untersuchung, um die Funktionsfähigkeit bestimmter Nervenverbindungen, der sogenannten Dopamintransporter, im Gehirn darzustellen. Der Verlust von Dopamin produzierenden Nervenzellen ist das Charakteristikum der Parkinsonerkrankung.
Wenn sich bei der Untersuchung zeigt, dass eine normale Dopaminrezeptordichte vorliegt, kann eine Parkinsonerkrankung zu etwa 97 Prozent ausgeschlossen werden. Bei einem krankhaften Befund kann mit einer weiteren Szintigraphie, dem IBZM-Scan eine Differenzierung zu anderen neurodegenerativen Erkrankungen getroffen werden.

die Datenauswertung zeigt verschiedene Schnittebenen des DaTSCAN (3
Bilder links) und die 3D-Rekonstruktion (rechts)

Auswertung DaTSCAN und 3D-Rekonstruktion der Daten
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Wie läuft die Untersuchung ab?
Von der Untersuchungsanmeldung bis zum Verlassen der Klinik sollten Sie fünf bis sechs Stunden einplanen. Vor der Untersuchung wird Ihnen eine schwach radioaktive Substanz in eine Armvene injiziert. Nach circa drei Stunden ist eine optimale Verteilung der Substanz im Gehirn zu erwarten. Während dieser Einwirkzeit können Sie die Praxis verlassen. Sie können auch gerne etwas essen oder trinken, nur auf Kaffee oder schwarzen Tee müssen Sie leider verzichten.
Bei der eigentlichen Untersuchung werden spezielle nuklearmedizinische Schnittbildaufnahmen von Ihrem Gehirn mit einer Gamma-Kamera erstellt. Dabei rotiert die Kamera langsam um Ihren Kopf. Die Aufnahmezeit beträgt etwa 45 Minuten, die Sie möglichst Sie möglichst ruhig liegend verbringen sollten. Bei dem Gerät handelt es sich nicht um eine geschlossene Röhre. Es ist zu den Seiten hin offen und es entsteht auch kein Lärm. Die Untersuchung wird auch von Patienten mit einer Neigung zu Platzangst gut toleriert.

Ist eine spezielle Vorbereitung erforderlich?
Arzneimittel und Substanzen wie z. B. Amphetamin, Kokain, Buproprion, Benzatropin, Mazindol, Sertralin, Methylphenidat und Norpseudoephedrin können die Diagnostik mit mit Hilfe des DaTSCAN beeinflussen, deshalb sollten Sie, in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt, vor einer DaTSCAN-Untersuchung abgesetzt werden. Sie brauchen nicht nüchtern zur Untersuchung erscheinen. Am Untersuchungstag sollte jedoch weder Kaffee noch schwarzer Tee getrunken werden, ferner sollte vor der Untersuchung nicht geraucht werden. Circa 30 Minuten vor der Radionuklidinjektion wird die Schilddrüse durch Irenat®- Tropfen blockiert.

Gibt es Nebenwirkungen?
Nebenwirkungen (wie beispielsweise Schwindel, Hitzegefühl, Kopfschmerzen) und allergische Reaktionen sind sehr selten und in der Regel nicht zu erwarten.

Wie hoch ist die Strahlenexposition?
Die Strahlenexposition entspricht etwa der 1½-fachen Menge der natürlichen Jährlichen Strahlenexposition in Deutschland

Wann darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden?
Bei Vorliegen einer Schwangerschaft.
Die Anwendung bei Patienten mit mäßigen bis schweren Beeinträchtigungen der Nieren- oder Leberfunktion wird nicht empfohlen.
Bei stillenden Müttern kann die Untersuchung grundsätzlich durchgeführt werden, sofern eine Stillpause von mindesten 4 Tagen eingehalten wird.

Werden die Kosten der DaTSCAN-Untersuchung von der Krankenkasse übernommen?
Ja, die DaTSCAN-Untersuchung ist eine Regelleistung aller gesetzlichen und privaten Krankenkassen.