Nuklearmedizin - Granulozytenszintigraphie

Granulozytenszintigraphie

Was ist eine Entzündungsszintigraphie?

Entzündung in der Wirbelsäule durch die Granulozytenszintigraphie
und im MRT zu lokalisieren

Die Entzündungsszintigraphie wird auch Anti-Granulozytenszintigraphie (abgekürzt Granulozytenszintigraphie) oder Immun-szintigraphie genannt. Bei diesem nuklearmedizinischen Verfahren wird die körpereigene Immunabwehr zur Entdeckung und Lokalisation von Entzündungen im Körper genutzt.
Granulozyten gehören zur Gruppe der weißen Blutkörperchen und sind an der sogenannten unspezifischen Abwehr von Infektionen mit Bakterien und Pilzen beteiligt. Sie haben die Eigenschaft zum Entzündungsherd zu wandern und vor Ort die Entzündung zu bekämpfen. Durch eine radioaktive Markierung der Granulozyten kann der Infektionsort bestimmt werden.

Wann wird eine Entzündungsszintigraphie durchgeführt?
Bei Verdacht auf:

  • Infektion von Gefäßprothesen
  • Gelenkinfektionen
  • Knochen- oder Knochenmarkinfekt
  • Herzklappenentzündungen
  • Fieber unklarer Ursache
Aortenprotheseninfektion sichtbar in der Granulozytenszintigraphie
(rechts) und PET-CT (links)

Wie läuft die Untersuchung ab?
Die Untersuchung ist auf zwei Tage ausgelegt. Am ersten Tag sollten Sie fünf bis sechs Stunden einplanen, am zweiten Tag circa zwei Stunden. Es wird Ihnen über eine Armvene eine geringe Menge von radioaktiv markierten Eiweißpartikeln, sogenannte Antikörper, gespritzt. Sie docken an die Oberflächenbestandteilen der weißen Blutkörperchen an. Nach circa vier Stunden ist eine optimale Verteilung im Körper zu erwarten. Während dieser Einwirkzeit können Sie die Praxis verlassen. Es werden dann Ganzkörperaufnahmen und Schichtbildaufnahmen nach vier und 24 Stunden angefertigt.

Ist eine spezielle Vorbereitung notwendig?
In der Regel nicht. Sie brauchen nicht nüchtern zur Untersuchung erscheinen. Es sollte ausreichend getrunken werden. Falls bei Ihnen schon einmal ein Anti-Granulozytenszintigramm durchgeführt wurde, muss vor der Untersuchung ein Antikörper (HAMA)- Test durchgeführt werden.

Muss ich mit Nebenwirkungen rechnen?
Mögliche Nebenwirkungen sind bekannt und werden in folgender Tabelle in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit aufgeführt:



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Wann darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden?

  • Bei Vorliegen einer Schwangerschaft oder bei Nachweis humaner Anti-Maus-Antikörper vor einer geplanten zweiten Untersuchung
  • Bei Nachweis einer schweren Fructoseintoleranz.

Da nicht bekannt ist, ob Antiköper in die Muttermilch übergehen, rät der Hersteller das Stillen für 3 Tage zu unterbrechen und die abgepumpte Milch zu entsorgen.

Wie hoch ist die Strahlenexposition?
Die Strahlenexposition durch eine Entzündungsszintigraphie entspricht in etwa der 1½ fachen natürlichen jährlichen Strahlenexposition in Deutschland

Werden die Kosten der Entzündungsszintigraphie von den Krankenkassen übernommen?
Ja, die Entzündungsszintigraphie ist eine Regelleistung aller gesetzlichen und privaten Krankenkassen.