Nuklearmedizin - Myokardszintigraphie

Myokardszintigraphie

Was ist eine Myokardszintigraphie?

Eine Myokardszintigraphie ist ein zuverlässiges und schonendes Verfahren zur Beurteilung der Herzmuskeldurchblutung. Die Durchblutungsverhältnisse am Herzen werden bei Ruhe und unter Belastung verglichen. Störungen der Blutversorgung des Herzens können lokalisiert und auch nach ihrem Ausmaß beurteilt werden. In der Regel werden diese Störungen durch Verengungen der Herzkranzgefäße verursacht. Eine nicht ausreichende Durchblutung des Herzmuskels kann zu einem Herzinfarkt führen.

Typische Fragestellungen bei einer Myokardszintigraphie sind:

  • Abklärung von Auffälligkeiten im EKG
  • Erkennen von Durchblutungsstörungen am Herzen
  • Unklare thorakale Beschwerden
  • Abschätzung des Herzrisikos vor Operationen
  • Beurteilung der Relevanz von bekannten Herzgefäßverengungen
  • Verlaufskontrollen bei Koronarer Herzkrankheit (KHK)
  • neu aufgetretene Beschwerden bei bekannter KHK
  • Unklare Atemnot
  • Beurteilung von Herzgefäßstents im Verlauf
  • Prognostische Beurteilung bei bekannter KHK
  • Patient im Belastungs-EKG nicht belastbar oder nicht zuverlässig auswertbar
  • Ausschluss von Herzminderdurchblutungen als Ursache von Herzrhythmusstörungen oder Erregungsleitungsstörungen
  • Größenbeurteilung eines Herzinfarktes
  • zur Klärung der Frage, ob im Randgebiet eines Infarktes noch vitales Gewebe vorhanden ist
  • zur Diagnostik sog. stummer (nicht bemerkter) Infarkte
  • Verlaufsbeurteilung einer medikamentösen Behandlung
  • Erfolgskontrolle einer sog. Ballondilatation, Stentimplantation oder Bypass-Operation

Wie läuft die Untersuchung ab?

Myokardszintigraphie mit Durchblutungsstörungen, links Untersuchung
in Ruhe, rechts unter Belastung. Die Pfeile markieren differente
Bereiche.

Von der Untersuchungsanmeldung bis zum Verlassen der Klinik sollten Sie drei bis vier Stunden einplanen. Vor Beginn der Untersuchung findet ein Arztgespräch statt, in dem wir mit Ihnen den Untersuchungsablauf anhand Ihrer Vorgeschichte, Ihren Beschwerden und weiteren Vorinformationen erörtern und Ihre Fragen geklärt werden.

Vor Beginn der Untersuchung wird Ihnen ein Zugang in eine Armvene gelegt. Danach wird ein Belastungstest (Fahrrad-Ergometrie) durchgeführt. Bei der höchsten für Sie möglichen Belastung wird eine gering strahlende radioaktiv markierte Substanz injiziert. Diese Substanz wird für die Darstellung der Herzgefäße benötigt und ist sehr gut verträglich. Für Patienten mit eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit, einem hohen Ruheblutdruck oder einschränkenden Gelenkbeschwerden, kann die Vorbereitung auch im Liegen durch ein Medikament durchgeführt werden. Danach erfolgt eine Pause, in der Sie einen Snack zu sich nehmen sollten. Nach einer Stunde werden dann Aufnahmen erstellt. Dies dauert etwa 20 Minuten. Nach der Bildauswertung besprechen wir mit Ihnen die Befunde. In diesem Gespräch wird auch festgelegt, ob noch weitere Aufnahmen am selben Tag oder eine sogenannte Ruheuntersuchung, an einem zweiten Untersuchungstag, erforderlich ist.

Beispiel eines Untersuchungsergebnisses:
Video-Sequenz: Herzwandbewegung in 3D-Darstellung

Ist eine spezielle Vorbereitung erforderlich?

Kommen Sie zu den Untersuchungsterminen bitte nüchtern. Nehmen Sie jedoch Ihre Medikamente morgens mit einem Glas Wasser ein. Kalzium-Antagonisten und Nitropräparate sollten (wenn medizinisch vertretbar) am Vortag, nach Rücksprache mit Ihrem Kardiologen oder Internisten abgesetzt werden. Zwei bis drei Tage vor der Untersuchung sollten möglichst auch keine Beta Blocker eingenommen werden, ob Sie diese Medikamente absetzen können, sollten Sie ebenfalls mit Ihrem Arzt besprechen. Insulinpflichtige Patienten können nach Rücksprache mit den Mitarbeitern unserer Abteilung ein leichtes Frühstück zu sich nehmen und sich die entsprechende Menge, beispielsweise die Hälfte der normalen Insulindosis spritzen. Auf Kaffee und Tee, koffeinhaltige Limonade und Schokolade müssen Sie dabei leider verzichten.

Bringen Sie aber eine möglichst fettreiche Mahlzeit (Wurstbrot, -brötchen oder Schokolade) zur Untersuchung mit, die Sie während der Pause vor den Aufnahmen verzehren können.

Gibt es Nebenwirkungen?

Das Radionuklid verursacht keine Nebenwirkungen.
Bei einer medikamentös ausgelösten Belastung ist mit folgenden Symptomen zu rechnen, die nach der Häufigkeit des Auftreten ausgelistet wurden:

  • Engegefühl in der Brust (41 %)
  • Wärmegefühl (34 %)
  • Luftnot (26 %)
  • Bauchdruck (17%)
  • Kopfschmerzen (17%)
  • Beschwerden in Arme und Beine (14 %)
  • Schwindel ( 7 %)

Wie hoch ist die Strahlenexposition?

Die Strahlenexposition entspricht der Dosis, die bei gängigen Röntgenuntersuchungen anfällt, bzw. der natürlichen jährlichen Strahlenexposition in Deutschland

Wann darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden?
Bei Vorliegen einer Schwangerschaft.
Bei stillenden Müttern kann die Untersuchung grundsätzlich durchgeführt werden, sofern eine Stillpause von mindesten zwei Tagen eingehalten wird.

Werden die Kosten der Myokardszintigraphie von der Krankenkasse übernommen?
Ja, die Myokardszintigraphie ist eine Regelleistung aller gesetzlichen und privaten Krankenkassen.