Nuklearmedizin - Nierenszintigraphie

Nierenszintigraphie

Was ist eine Nierenszintigraphie?

Die Nierenszintigraphie ist eine nuklearmedizinische Methode zur Untersuchung der Nieren und des harnableitenden Systems. So können beispielsweise seitengetrennte Funktionsbeurteilungen der Nieren vorgenommen werden, die sonst nur durch invasive und komplikationsträchtigere Untersuchungsverfahren erreicht werden. Störungen der Nierenfunktion können bereits nachgewiesen, bevor sie im Rahmen von Laboruntersuchungen überhaupt auffallen.

Nierenszintigraphie mit seitengetrennter Ausscheidungsmessung
(Normalbefund)

Nierenszintigraphie mit seitengetrennter Ausscheidungsmessung (Nierenclearence) (hier: Normalbefund)
→ zum Vergrößern in das Bild klicken!

Typische Fragestellungen bei Durchführung einer Nierenszintigraphie sind:

  • Funktionsstörungen bei erweitertem Nierenbecken, Harnleiter oder Verdacht einer Harnabflussstörung
  • Verlaufskontrollen bei nachgewiesener Harnabflussstörung
  • Funktionskontrolle der Nieren nach Urologischen Operationen
  • Nierenfunktionsüberprüfung vor oder nach Strahlentherapie oder Chemotherapie
  • Seitengetrennte Nierenleistung vor Operationen
  • Seitengetrennte Beurteilung der Nierendurchblutung
  • Funktionsbeurteilung vor Lebendnierenspende
  • Kontrolle bei Nierentransplantation
  • Verdacht auf Nierenarterienstenose bei ungeklärtem Bluthochdruck
  • Bei Kleinkindern mit Missbildungen der Harnwege zur Untersuchung des Harnabflusses oder zum Nachweis eines Refluxes.

Videosequenz einer Nierenszintigraphie (Reflux rechts)

Wie läuft die Untersuchung ab?
Es wird Ihnen über einen Venenzugang eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz in die Armvene gespritzt. Diese Substanz wird fast ausschließlich über die Nieren ausgeschieden. Dieser Vorgang wird kontinuierlich von einer Kamera während eines Zeitraumes von circa 30 Minuten aufgezeichnet. In den meisten Fällen wird zusätzlich ein weiteres Medikament (Lasix®) zur Stimulation des Harnflusses injiziert. Die Aufnahmen werden im Liegen durchgeführt. Während der Untersuchung wird Ihnen am anderen Arm Blut entnommen zur genaueren Leistungsbestimmung der Nieren. Bei Kindern wird auf die zusätzliche Blutentnahme verzichtet.

Ist eine spezielle Vorbereitung notwendig?
Eine besondere Vorbereitung ist nicht erforderlich. Sie brauchen nicht nüchtern zur Untersuchung erscheinen. Jedoch sollten Sie innerhalb von 30 Minuten vor Untersuchung viel (etwa einen Liter) trinken, um eine gute Ausscheidung zu erreichen. Alternativ kann eine Infusion über eine Armvene erfolgen. Die Gabe von Röntgenkontrastmittel sollte mindestens 48 Stunden zurückliegen.
Bei der Fragstellung nach einer relevanten Nierenarterienstenose (Captoprilszintigraphie) müssen Sie ggf. spezielle Blutdrucksenkende Medikamente absetzen. Kontaktieren Sie uns bitte vor der Untersuchung.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Es sind mit keinerlei Nebenwirkungen zu rechnen. Allergische Reaktionen treten praktisch nicht auf. Die Verkehrstüchtigkeit wird durch die Untersuchung nicht beeinträchtigt.
Allergische Reaktionen auf Lasix® sind ebenso wie akute Blutdruckabfälle sehr selten.

Wann darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden?
Bei Vorliegen einer Schwangerschaft ist die Nierenszintigraphie nicht grundsätzlich kontraindiziert, die Indikationsstellung ist jedoch sehr eng gefasst.
Da das Radionuklid auch in die Muttermilch übertritt, sollte das Stillen für 48 Stunden ausgesetzt werden.

Wie hoch ist die Strahlenexposition?
Sehr niedrig. Die Strahlenexposition entspricht der Dosis, die beim Röntgen der Lunge von zwei Seiten anfällt oder die während zwei Wochen in Deutschland als natürliche Strahlenbelastung anfällt

Werden die Kosten der Nierenszintigraphie von der Krankenkasse übernommen?
Ja, die Nierenszintigraphie ist eine Regelleistung aller gesetzlichen und privaten Krankenkassen.