Nuklearmedizin - Oesophagusszintigraphie

Oesophagusszintigraphie

Was ist eine Speiseröhrenszintigraphie?

Die Speiseröhrenszintigraphie, korrekt Ösophagusfunktions-szintigraphie genannt, ist eine nicht invasive Methode zum Nachweis oder Ausschluss von Funktionsstörungen der Speiseröhre. Die Methode wird hauptsächlich bei Patienten mit Schluckbeschwerden eingesetzt, bei denen durch eine Endoskopie oder radiologische Verfahren eine Engstelle als Ursache der Beschwerden ausgeschlossen wurde. Manchmal werden die Beschwerden beim Transport von Nahrung oder Flüssigkeit durch unkoordinierte Muskelkontraktionen oder zu schwache Muskeltransportwellen der Speiseröhre verursacht. Einige Funktionsstörungen der Speiseröhre treten bei komplexen Erkrankungen oder Syndromen auf. Der Nachweis von solchen Funktionsstörungen gelingt in den meisten Fällen mit Hilfe der Ösophagusfunktionsszintigraphie.

Anatomie der Speiseröhre (links) und Schluckakt in der
Szintigraphie (rechts)

Anatomie der Speiseröhre und Schluckakt in der Szintigraphie
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Typische Gründe für die Durchführung einer Ösophagus-Funktionsszintigraphie sind:

  • Verdacht auf Achalasie
  • V.a. Ösophagusspasmus
  • V.a. Nußknacker Ösophagus
  • V.a. Refluxerkrankung

bzw. Schluckbeschwerden bei:

  • Diabetes mellitus
  • Progressiver systemischer Sklerodermie
  • Lupus erythematodes
  • Polymyositis/Dermatomyositis
  • Myasthenia gravis
  • Myotonia dystrophica
Oesophagus-Funktionsszintigraphie

Oesophagus Funktionsszintigraphie
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Wie läuft die Untersuchung ab?
Von der Untersuchungsanmeldung bis zum Verlassen der Klinik sollten Sie zwei Stunden einplanen. Die Speiseröhrenszintigraphie wird im Liegen durchgeführt. Zuerst wird mit Ihnen das Schlucken im Liegen mit Wasser geübt. Dann werden mehrere Schluckvorgänge mit einer schwach radioaktiv angereicherten Flüssigkeit aufgenommen, gegebenenfalls wird die Aufnahmeserie mit festen Speisen wiederholt.

Ist eine spezielle Vorbereitung notwendig?
Für die Untersuchung sollten Sie komplett nüchtern erscheinen (nichts essen und nichts trinken). Ihre Medikamente sollten Sie spätestens 3 Stunden vor der Untersuchung einnehmen oder sie mitbringen und nach der Untersuchung zu sich nehmen. Patienten mit Verdacht auf Achalasie sollten 12 Stunden vor der Untersuchung nichts essen oder trinken.

Ist mit Nebenwirkungen zu rechnen?

Nein, Nebenwirkungen sind zu erwarten. Die Verkehrstüchtigkeit wird durch die Untersuchung auch nicht beeinträchtigt.

Wann darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden?
Bei Vorliegen einer Schwangerschaft ist die Ösophagus-funktionsszintigraphie nicht grundsätzlich kontraindiziert, die Indikationsstellung wird jedoch sehr streng gestellt.
Da das Radionuklid auch in die Muttermilch übertritt, sollte das Stillen für 48 Stunden ausgesetzt werden.

Wie hoch ist die Strahlenexposition?
Gering. Die Strahlenexposition liegt weit unter der natürlichen jährlichen Strahlenexposition in Deutschland.

Werden die Kosten der Ösophagusfunktionsszintigraphie von der Krankenkasse übernommen?
Ja, die Ösophagusfunktionsszintigraphie ist eine Regelleistung aller gesetzlichen und privaten Krankenkassen.