Nuklearmedizin - RSO

Radiosynoviorthese (RSO)

Was ist eine Radiosynoviorthese?

Die Radiosynoviorthese, abgekürzt RSO, ist eine seit vielen Jahren bewährte Methode zur Behandlung entzündlicher Gelenk-erkrankungen. Das Therapieziel ist die Wiederherstellung einer gesunden Gelenkinnenhaut durch eine lokale radioaktive Bestrahlung. Voraussetzung für eine RSO-Behandlung ist der Nachweis, dass eine Gelenkentzündung vorliegt. Die Diagnose wird in der Regel auf Grund einer Skelettszintigraphie oder einer Kernspintomographie (MRT) gestellt. Die RSO ist keine einmalige Therapie sondern kann bei Bedarf auch wiederholt werden.

Schwere Polyarthritis der Hände mit ausgeprägter Gelenkdestruktion

Schwere Polyarthritis der Hände
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Typische Anwendungsgebiete der RSO:

  • Rheumatoide Arthritis
  • Aktivierte Arthrose (schmerzhafter, entzündlicher Gelenkverschleiß)
  • Psoriasis-Arthritis (Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung)
  • Wiederkehrende Gelenkergüsse
  • Chronische Reizzustände bei Kunstgelenken
  • Bakerzyste (Ausstülpungen der hinteren Kniegelenkkapsel in die Kniekehle)

Welche Gelenke können mit einer RSO behandelt werden?

Alle Gelenke an Armen und Beinen (Finger-, Hand- und Fußgelenke, Kniegelenke, Hüften, Ellenbogen- und Schultergelenke)

Welche Voruntersuchungen sind vor Durchführung einer RSO erforderlich?

Arthrographie des oberen Sprunggelenkes

Vor der Therapie findet immer eine Vorbesprechung statt. Es muss geklärt werden, ob das betroffene Gelenk von einer Radiosynoviorthese profitieren könnte. Für die Beurteilung sind Ihre Anamnese, Voroperationen, Vorbehandlungen und Beschwerden entscheidend. In der Regel wird eine aktuelle Bildgebung (MRT oder Skelettszintigraphie) vor der Therapie benötigt, um das Ausmaß der Entzündung und des Gelenkverschleisses abzuschätzen und um sicher zu stellen, dass die Beschwerden nicht durch eine bisher nicht bekannte Erkrankung hervorgerufen werden. Bei Kniegelenkbeschwerden wird zusätzlich eine Gelenksonographie durchgeführt. Anschließend wird in Zusammenschau aller Befunde und des Gesamtbilds entschieden, ob eine Radiosynoviorthese sinnvoll ist.

Rheumatoide Arthritis oberes Sprunggelenk

rheumatoide Arthritis oberes Sprunggelenk
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Wie wird die Radiosynoviorthese durchgeführt?

Das für die Behandlung benötigte Präparat wird individuell für Sie eine Woche vor dem Behandlungstermin bestellt und darf für niemand anderen verwendet werden. Wenn Sie ihren Behandlungstermin nicht einhalten können, sagen Sie ihn bitte spätestens eine Woche vorher ab.

Am Behandlungstag wird die Haut über dem Gelenk desinfiziert. Dann wird mit einer dünnen Nadel eine örtliche Betäubung durchgeführt und gleichzeitig die Punktion des Gelenkes vorgenommen. Dies erfolgt meist unter Röntgensicht-kontrolle (Durchleuchtung). Bei größeren Ergüssen werden diese entlastet. Durch eine Gelenkdarstellung (Arthrograhie) kann die Verteilung des zu injizierenden Radionuklids abgeschätzt werden. Dann erfolgt die Injektion der radioaktiven Substanz. Bei den mittelgroßen und großen Gelenken wird direkt im Anschluss an die Injektion die Verteilung des Radionuklids im Gelenk durch ein sogenanntes Verteilungsbild überprüft. Unmittelbar nach der Behandlung muss das behandelte Gelenk für 48 Stunden mit einem Schienenverband ruhig gestellt werden, um zu verhindern, dass die injizierte radioaktive Substanz aus dem Gelenkinnenraum über die Lymphbahnen abfließt oder durch den Stichkanal herausgepresst wird. Wenn eine RSO an den unteren Extremitäten durchgeführt werden soll, bringen Sie bitte am Behandlungstag Unterarmgehstützen zum Entlasten des behandelten Gelenkes mit. Falls der von uns angelegte Verband drücken sollte, so können Sie ihn abwickeln und wieder neu anlegen. Nicht behandelte Gelenke dürfen in dieser Zeit normal bewegt werden.

Verstärkte Anreicherung in den Handgelenken bei chronischer Polyarthritis

Nach 48 Stunden ist die radioaktive Substanz in der Gelenkschleimhaut fixiert und kann nicht mehr heraustreten. Eine Ruhigstellung ist nicht länger erforderlich. Schiene/Schlinge und Verband können entfernt werden. Bei einem erhöhten Thromboserisiko wird zusätzlich eine Thromboseprophylaxe mit Heparin durchgeführt. In der ersten Woche nach der Therapie sollten Sie das behandelte Gelenk noch schonen und stärkere Belastungen vermeiden (z.B. kein Sport oder Krankengymnastik). Falls das behandelte Gelenk beruflich stark beansprucht wird, werden Sie für eine Woche krankgeschrieben.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Nach einer Radiosynoviorthese kann es zu einem kurzfristigen - Stunden bis Tage später einsetzenden - Reizzustand des Gelenkes kommen und zur Verstärkung der Gelenkbeschwerden. Es können eine Schwellung oder Überwärmung des Gelenkes sowie unangenehmes Stechen oder Kribbeln auftreten. Mit kalten Umschlägen oder einer Eismanschette sind die Beschwerden meistens gut zu lindern. Ein entzündungshemmendes Schmerz-mittel kann ggf. zusätzlich eingenommen werden.

Extrem selten aber sehr gefährlich sind bakterielle Infektionen nach Gelenkpunktionen. Eine Infektion des Gelenkes könnte vorliegen, wenn die Gelenkbeschwerden stetig zunehmen, das Gelenk stark überwärmt und gerötet ist. Strahlenschäden der Haut können durch rückfließende Radioaktivität aus dem Stichkanal oder durch unpräzise intraartikuläre Injektionen auftreten und im ungünstigen Fall zu einem kleinen, langsam heilenden Hautgeschwür führen. Relevante Gelenkeinblutungen treten nur bei gleichzeitiger Einnahme von blutgerinnungshemmender Medikation auf. Möglicherweise muss Ihre Medikation vor der RSO umgestellt werden.

Nach einer Radiosynoviorthese der unteren Extremität (Hüfte, Knie, Fuß), besteht im Rahmen der vorgeschriebenen Ruhigstellung ein geringes Risiko für die Entwicklung eines Blutgerinnsels in einer Beinvene (Venenthrombose), deshalb werden Ihnen zur Vorbeugung Heparin-Spritzen verordnet.

Wann darf eine RSO nicht durchgeführt werden?

  • Bei einer Schwangerschaft.
  • Bei Verdacht einer Gelenkinfektion
  • Bei größerer Gelenkeinblutung
  • Bei einer geplatzten Bakerzyste in der Kniekehle

Werden die Kosten der RSO von der Krankenkasse übernommen?
Ja, die RSO ist eine Regelleistung aller gesetzlichen und privaten Krankenkassen.

Buxtehude

  • Tel: 04161 / 7405-0

Cuxhaven

  • Tel: 04721 / 7826-37