Nuklearmedizin - SIRT

Selektive Interne Radiotherapie (SIRT)

Was ist eine SIRT-Therapie?

Bei der sogenannten Selektiven internen Radiotherapie (SIRT) handelt es sich um ein minimal-invasives Verfahren, bei dem kleine radioaktive Kügelchen (Microsphären) zur Behandlung von Lebertumoren eingesetzt werden. Die Microsphären werden über einen Leistenkatheter direkt in die zum Tumor führenden Gefäße gespritzt und verfangen sich in den Lebertumoren. Die Lebertumoren werden dadurch von innen heraus bestrahlt (interne Radiotherapie). Diese Behandlung ist eine Option, wenn Lebertumoren oder Tochtergeschwülste in der Leber nicht mit lokalen Verfahren behandelt werden können oder auf eine Chemotherapie nicht ansprechen.

Wie wird die Behandlung durchgeführt?

Über die Leistenarterie wird ein Katheter zur Leber geführt. Unter Röntgenkontrolle werden dann die radioaktiven Kunststoffkügelchen gespritzt, die über die Lebergefäße zu den Tumoren getragen werden. Dort setzten sie sich vor allem in den kleinen Blutgefäßen der Tumore ab und bestrahlen die Tumore von innen. Nach der Behandlung müssen Sie für circa zwei Tage in der Klinik Dr. Hancken zur Nachbeobachtung bleiben.

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Warum wird keine gewöhnliche Strahlentherapie durchgeführt?

Die Strahlentherapie ist eine etablierte und sehr effektive Behandlungsmöglichkeit um Tumorzellen zu zerstören. Das Lebergewebe ist aber so strahlensensibel, dass die Möglichkeiten der konventionellen Strahlentherapie eingeschränkt sind. Mit Hilfe der SIRT wird sichergestellt, dass die Strahlendosis nur die Lebertumore erreicht und das umliegende gesunde Gewebe geschont wird. Die Strahlenreichweite in Weichteilgewebe liegt bei etwa zwei bis drei Millimeter und bleibt damit weitestgehend auf den Tumor beschränkt.

Kann die SIRT-Therapie in meinem Fall eingesetzt werden?

Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir uns ein umfassendes Bild von Ihrer Erkrankung machen. Deshalb sollten Sie sich bitte telefonisch im Sekretariat der Nuklearmedizin unter 04141 / 604-454 anmelden und uns vorab alle relevanten Unterlagen per Fax an folgende Nummer 04141 / 604-197 senden. Folgende Unterlagen benötigen wir:

  • Informationen zur Art des Tumors mit Histologie
  • Aufstellung der bisherigen Behandlungen (Operationen, Chemotherapien, Bestrahlungen)
  • Befunde aller Schnittbildverfahren (CT/MRT/PET), die im Zeitraum der Diagnosestellung und im Verlauf der Therapien erstellt wurden
  • Aktuelle Laborwerte (Leberwerte, Gerinnung, etc)
  • Arztbriefe, die den Verlauf Ihrer Erkrankung von der Diagnosestellung einschließlich der Therapien bis zur aktuellen Entwicklung dokumentieren

Wenn eine SIRT in Ihrem speziellen Fall eine Behandlungsoption sein könnte, benötigen wir auch die Bilddaten der CT/MRT/PET- Untersuchungen auf CD. Die Indikation für eine SIRT wird grundsätzlich interdisziplinär in einer Tumorkonferenz entschieden, in der Ihr Fall mit den Spezialisten aller Fachgruppen besprochen wird.

Welche weiteren Voruntersuchungen sind nötig?

unser interdisziplinäres Team von Radiologen und Nuklearmedizinern

In der Regel wird nochmal ein aktuelles Staging durchgeführt, um die Leberausdehnung zu bestimmen und um einen Befall anderer Organe auszuschließen. Danach wird durch eine Katheteruntersuchung über die Leistenarterie eine Gefäßdarstellung der Leber (Angiographie) durchgeführt. Gefäße, die von der Leber zu anderen Organen führen und für eine unerwünschte Verteilung der bei der SIRT eingesetzten Kügelchen in andere Organe sorgen könnten, werden dargestellt und in der gleichen Sitzung verschlossen. Durch Einspritzen einer schwach radioaktiven Substanz wird die Verteilung der später eingesetzten SIRT-Sphären in der Leber simuliert. Diese Substanz ist nicht schädlich. Wenn diese Vorbereitungen erfolgreich abgeschlossen sind und sich keine Kontraindikationen ergeben, kann die SIRT durchgeführt werden.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Meist wird die SIRT gut vertragen. Kurzzeitig können Oberbauchschmerzen, Druckgefühl, Übelkeit und Erbrechen auftreten, die jedoch mit Medikamenten gut beherrschbar sind. Seltener kommt es zu Fieber und Schüttelfrost. Für einige Wochen können sich Müdigkeit und Appetitlosigkeit einstellen. Sehr selten treten schwerwiegende Nebenwirkungen wie Gallenblasenentzündung, Leberversagen oder eine Schädigung von anderen Organen wie Lunge, Magen oder Darm auf.

Kann die SIRT wiederholt werden?
Die SIRT kann grundsätzlich mehrfach wiederholt werden.

Wie geht es nach der Therapie weiter?
Nach der Behandlung müssen Ihre Blut- und Leberwerte regelmäßig kontrolliert werden. Desweiteren sollte eine regelmäßige Nachsorge durch den betreuenden Facharzt für Onkologie erfolgen. Dieser kann – falls erforderlich – weitere Therapiemaßnahmen zeitnah einleiten und ist der primäre Ansprechpartner für Fragen zum weiteren Vorgehen.

Werden die Kosten der Behandlung von der Krankenkasse übernommen?
Die SIRT ist eine kostenintensive Behandlungsmaßnahme für die in einzelnen Zentren – wie der Klinik Dr. Hancken – die Kosten im Rahmen spezieller Verträge von den Krankenkassen übernommen werden.

Buxtehude

  • Tel: 04161 / 7405-0

Cuxhaven

  • Tel: 04721 / 7826-37