Nuklearmedizin - Skelettszintigraphie

Skelettszintigraphie

Was ist eine Knochenszintigraphie?

Eine Knochenszintigraphie, auch Skelettszintigraphie genannt, ist ein nuklearmedizinisches Verfahren zur Beurteilung der regionalen und gesamten Knochenneubildungsrate im menschlichen Körper.

Mittelfußfraktur, im Röntgenbild noch nicht zu erkennen, im
Szintigramm mit einem Pfeil markiert

Durch die Darstellung des Knochenstoffwechsels können Knochenerkrankungen früher erkannt werden als beim Röntgen, weil sich in der Röntgenaufnahme erst dann Auffälligkeiten zeigen, wenn eine Erkrankung fortgeschritten ist und den Knochen verformt oder verändert hat. Ein weiterer Vorteil der Knochenszintigraphie ist, dass mit einer Strahlendosis beliebig viele Aufnahmen durchgeführt werden können. In der Klinik Dr. Hancken wird deshalb routinemäßig das gesamte Skelettsystem inklusiv aller Gelenke dargestellt, um für den Patienten und den überweisenden Arzt das Maximum an Informationen aus einer Untersuchung zu gewinnen.

Knocheninfektion (Osteomyelitis) des rechten Oberschenkelknochen

Typische Fragestellungen bei der Durchführung einer Skelettszintigraphie sind:

  • Ungeklärte Knochenschmerzen
  • Verdacht auf Gelenkrheuma
  • Verdacht auf Knochenfraktur bei unauffälligem Röntgenbild
  • Verdacht auf Gelenkprothesenlockerungen
  • Fieber unklarer Ursache
  • Verdacht auf Knocheninfekt
  • Erkennung von Tumoren und Tumorabsiedlungen (Metastasen)
  • Beurteilung der Knochenheilung nach Knochenbruch
  • Ausschluss von Stoffwechselerkrankungen mit Knochenbeteiligung
  • Beurteilung von Gelenkverschleiß
  • Beurteilung von Fehlleitungen des sympathischen Nervensystems mit Knochenbeteiligung (CRPS = komplexes regionales Schmerzsyndrom, ehemals Morbus Sudeck)

Wie läuft die Untersuchung ab?

multiple Knochenmetastasden, z.T. mit Pfeilen markiert

Von der Untersuchungsanmeldung bis zum Verlassen der Klinik sollten Sie vier Stunden einplanen. Vor Beginn der Untersuchung findet ein Arztgespräch statt, in dem wir die Untersuchungsstrategie aufgrund von Anamnese, Beschwerden und weiteren Informationen über Ihre Vorerkrankungen mit Ihnen erörtern und Ihre Fragen im Vorfeld beantworten. Zu Beginn der Skelett-szintigraphie wird Ihnen eine schwach radioaktive Substanz in die Armvene gespritzt. Es folgen ein bis drei Aufnahmeserien. Die Aufnahmen werden im Liegen durchgeführt. Sie werden mit einer Doppelkopf- Kamera, die über Ihren ganzen Körper gleitet (keine enge Röhre!) erstellt. Zwischen den Aufnahmen sollten Sie mindestens einen Liter Flüssigkeit zu sich nehmen ( Getränke erhalten Sie bei uns). Nach Abschluss der Untersuchung besprechen wir ausführlich die Befunde mit Ihnen.

3-Phasenskelettszintigraphie bei M. Sudeck (CRPS) der linken Hand
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Ist eine spezielle Vorbereitung erforderlich?
Eine spezielle Vorbereitung ist in der Regel nicht erforderlich. Sie können ganz normal frühstücken und alle Medikamente einnehmen. Gerne können Sie auch einen Snack mitbringen und in den Untersuchungspausen verzehren.
Vor der Untersuchung brauchen Sie sich nicht auszuziehen. Allerdings müssen Metallteile vom Körper entfernt werden. Brillen, Hörgeräte, Zahnprothesen, Zahnspangen sowie Ketten, Ringe oder Piercings müssen ebenso abgelegt werden wie Schlüssel, Kugelschreiber, Geldstücke, Gürtelschnallen, Knöpfe, Reißverschlüsse oder Haarspangen.

Gibt es Nebenwirkungen?
Es sind mit keinerlei Nebenwirkungen zu rechnen. Unverträglich-keiten sind extrem selten.

Wie hoch ist die Strahlenexposition?
Die Strahlenexposition entspricht der 1½fachen Dosis der natürlichen jährlichen Strahlenexposition in Deutschland.

Wann darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden?
Bei Vorliegen einer Schwangerschaft. Bei Frauen in der Stillphase sollte das Stillen für 48 Stunden unterbleiben.

Werden die Kosten der Skelettszintigraphie von der Krankenkasse übernommen?
Ja, die Skelettszintigrapie ist eine Regelleistung aller gesetzlichen und privaten Krankenkassen.