Nuklearmedizin - Tumorszintigraphie

Tumorszintigraphie

Was sind Tumorszintigraphien?

Unter Tumorszintigraphien werden MIBG (Metaiodbenzyl-guanidin)- und Somatostatinrezeptor-Szintigraphien zusammen-gefasst. Hierbei handelt es sich um nuklearmedizinische Methoden zum Nachweis und Lokalisation von seltenen neuroendokrinen Tumoren und Krebserkrankungen des sympathischen- und parasympathischen Nervengewebes.

Nachweis eines sogenannten „Glomustumor“ rechts am Hals von vorne
(links) und hinten (rechts)

Typische Fragestellungen sind:

MIBG-Szintigraphie:

  • V.a. Phäochromozytom
  • V.a. Neuroblastom, Metastasensuche und Verlaufskontrollen
  • V.a. Paragangliom
  • Medulläres Schilddrüsen-Karzinom

Somatostatinrezeptor-Szintigraphie:

  • Staging bei NET/GEP-Tumore* (Karzinoid, Gastrinom, Insulinom)
  • Medulläres Schildrüsen-Karzinom
  • Differentialdiagnose Meningeom gegen Neurionom

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Untersuchung ist auf zwei Tage ausgelegt. Am ersten Tag sollten Sie fünf bis sechs Stunden einplanen, am zweiten Tag circa 2 Stunden. Zu Beginn der Untersuchung wird Ihnen eine schwach radioaktive Substanz in die Armvene gespritzt. Vor einer MIBG-Szintigraphie erhalten sie zur Blockierung der Schilddrüse Irenat®-Tropfen. Die Aufnahmen erfolgen dann nach vier und 24 Stunden. Die Aufnahmen werden im Liegen durchgeführt. Sie werden mit einer Doppelkopf- Kamera, die über Ihren ganzen Körper gleitet (Keine enge Röhre), aufgenommen. Während der Wartezeit sollten Sie mindestens einen Liter Flüssigkeit zu sich nehmen und häufig die Blase entleeren. Mineralwasser ist in der Praxis ausreichend vorhanden. Nach den Aufnahmen werden wir die Befunde mit Ihnen ausführlich besprechen.

Ist eine spezielle Vorbereitung erforderlich?

Somatostatin-Rezeptorszintigraphie:
Sie müssen nicht nüchtern sein und können auch Ihre Medikamente einnehmen. Wenn eine Behandlung mit Octreotide (Bendatreotid, Sandostatin, Octreotid) erfolgt, müssen diese Medikamente allerdings fünf Tage vorher abgesetzt werden.

MIBG-Szintigraphie:

Sie müssen nicht nüchtern sein. Reserpin und Reserpinhaltige Medikamente müssen zwei Wochen vorher abgesetzt werden, alpha-Blocker, wenn klinisch vertretbar, zwei Wochen vorher, trizyklische Antidepressiva möglichst sechs Wochen vorher. Besprechen Sie diese Verhaltensmassnahmen bitte mit Ihrem überweisenden Arzt.

Gibt es Nebenwirkungen?
Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten, Unverträglichkeiten sind extrem selten.

Wie hoch ist die Strahlenexposition?
Somatostatin-Rezeptorszintigraphie:
Die Strahlenexposition entspricht der Dosis, die bei einer CT-Untersuchung anfällt
MIBG-Szintigraphie:
Die Strahlenexposition entspricht der 1 ½ fachen Menge der natürlichen jährlichen Strahlenexposition in der Deutschland

Wann darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden?
Bei Vorliegen einer Schwangerschaft.
MIBG-Szintigraphie:
Bei stillenden Müttern kann die Untersuchung grundsätzlich durchgeführt werden, sofern eine Stillpause von mindesten 2 Tagen eingehalten wird.
Somatostatin-Rezeptorszintigraphie:
Es ist nicht bekannt, ob das Radionuklid in die Muttermilch gelangen kann.

Werden die Kosten der MIBG/Somatostatin-Rezeptor-szintigraphie von der Krankenkasse übernommen?
Ja, die MIBG/Somatostatin-Rezeptorszintigraphie ist eine Regelleistung von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen.

*) NET = Neuroendokrine Tumoren,
GEP-NET = Gastroenteropankreatischer neuroendokriner Tumor