Nuklearmedizin - Zevalin®-Therapie

Radio-Immun-Therapie mit Zevalin

Was ist eine Radioimmun-Therapie?

Eine Radioimmuntherapie mit Zevalin ist eine zielgerichtetet Behandlung von CD20-positiven B-Zell-Lymphomen. Dabei wird ein Antikörper mit einem Radioisotop verbunden. Der monoklonale Antikörper Ibritumomab erkennt eine bestimmte Oberflächenstruktur auf den B-Zellen, genannt CD20-Antigen, und bindet daran. An ihm befindet sich ein sog. Chelator, Tiuxetan, welcher das Radioisotop an den Antikörper bindet. Das Radioisotop 90Yttrium ist ein strahlendes Element. Die von ihm ausgesandte Strahlung ist in der Lage, Zellen in einem Umkreis von ca. 5 mm zu schädigen und abzutöten. Da das CD20-Antigen ausschließlich auf B-Zellen vorkommt, kann Zevalin spezifisch und zielgenau nur an diese Zellen binden und die Strahlung übertragen, die bösartige B-Zellen schädigt.

Für welche Lymphomerkrankung ist die Zevalin®-Therapie zugelassen?

Die Therapie mit Zevalin ist für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit follikulärem B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom zugelassen, die nach einer Behandlung mit Rituximab (MabThera®) einen Rückfall erleiden (d.h. rezidivieren) oder die gar nicht auf eine Therapie mit Rituximab angesprochen haben (d.h. refraktär sind). In einer klinischen Studie sprachen 74% der Patienten mit einem follikulären Lymphom auf Zevalin an, die zuvor nicht mehr auf eine alleinige Therapie mit Rituximab angesprochen hatten.

Die Indikation zur Radioimmuntherapie wird vom Hämato-Onkologen gestellt. Die Durchführung der Therapie erfolgt in enger Kooperation mit dem Nuklearmediziner, da bei der Anwendung von Zevalin Strahlenschutzbedingungen zu beachten sind.

Wie wird die Behandlung durchgeführt?

Der genaue Ablauf der Behandlung ist so, dass Sie am ersten Behandlungstag (Tag 1) von Ihrem behandelnden Onkologen die erste Infusion Rituximab erhalten. Es wird als Lösung über einen Zeitraum von ein bis zwei Stunden direkt in den Blutkreislauf verabreicht. Eine Woche später (Tag 8) erhalten Sie erneut eine Infusion Rituximab und direkt anschließend eine Infusion mit 90Yttrium-markiertem Zevalin® in der Nuklearmedizin.

Nach Abschluss der Behandlung sind zunächst kurzfristige Kontrolluntersuchungen bei Ihrem Hämato-Onkologen erforderlich.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Neben den allergischen Reaktionen auf den Antikörper sind vor allem eine Verminderung der Blutzellbildung im Knochenmark von Bedeutung mit der Folge einer Leukopenie, Thrombopenie und/oder Anämie. Stark erniedrigte Blutzellwerte können zu ernsthaften oder lebensbedrohlichen Komplikationen, wie z.B. Infektionen oder Blutungen, führen. Selten sind milde Nebenwirkungen wie Schwäche, Bauch- oder Rückenschmerzen, Kurzatmigkeit, vermehrter Husten, Schüttelfrost, Reizungen des Rachens, Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindelgefühl und Hautausschläge. Als späte Reaktion kommen in seltenen Fällen auch Myelodysplasie oder Akute Leukämie vor.

Werden die Kosten der Behandlung von der Krankenkasse übernommen?
Die Kosten für die Therapie übernehmen in der Regel die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen.

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