Kann man Prostatakrebs gut und erfolgreich behandeln?
Die Seed-Therapie („Bestrahlung von innen“) wird seit über 20 Jahren durchgeführt und erreicht in weit über 90% der Fälle eine anhaltende Tumorfreiheit. Sie ist noch erfolgreicher als die Radikaloperation oder die perkutane Strahlentherapie („Bestrahlung von außen“). Auch bei etwas fortgeschritteneren Tumoren mit mittlerem Risiko ist die Seed-Therapie, bei Bedarf kombiniert mit einer perkutanen Strahlentherapie, die erfolgversprechendste Behandlung mit einer anhaltenden Tumorfreiheit in über 90% der Fälle. Bei Prostatakarzinomen mit einem hohen Progressionsrisiko sollte die Therapie im Einzelfall entschieden werden. Auch hier ist die Seed-Therapie mit perkutaner Bestrahlung eine mögliche Option mit guten Ergebnissen.
Was sind Seeds?
Seeds sind dünne, 5mm lange, radioaktiv strahlende Stifte. Die abgegebene Strahlung hält Wochen bis Monate an. Ferner beschränkt sich die Bestrahlung durch Seeds auf die Prostata selbst und ihre unmittelbare Umgebung in wenigen Millimetern Distanz. Durch diese kurze Reichweite gelingt es, die Krebszellen in der Prostata zu zerstören und gleichzeitig das umliegende gesunde Gewebe bestmöglich zu schonen. Außerdem stellen deswegen Patienten mit Seeds keine Gefahr für ihre Umgebung dar, auch nicht für Schwangere oder Kleinkinder.
Wie kommen die Seeds in die Prostata?
Die Implantation (Einbringung) der Seeds ist ein minimal-invasives Behandlungsverfahren, d.h. die Auswirkungen auf den Körper sind sehr gering. Sie erfolgt unter Vollnarkose und dauert etwa ein bis zwei Stunden. Dabei arbeiten Fachärzte für Urologie, Strahlentherapie und Anaesthesie sowie Medizinphysiker eng miteinander zusammen. Der Urologe bringt mit Hilfe von Punktionsnadeln die Seeds in die Prostata ein. Er überprüft mit einer Ultraschallsonde im Enddarm kontinuierlich die Lage der Punktionsnadeln und optimiert sie nach den Vorgaben des Strahlentherapeuten und des Medizinphysikers, die einen Bestrahlungsplan erstellen. Dieser zeigt die benötigte Anzahl Seeds, das notwendige Verteilungsmuster und die genaue Position der Seeds. An Ende sind alle Punktionsnadeln wieder entfernt, nur die Seeds selbst verbleiben dauerhaft in der Prostata.
Welche Nebenwirkungen kann es geben?
Die Patienten tolerieren die Seed-Implantation selbst praktisch immer problemlos. Nach einer ersten Phase mit verstärktem und häufigem Harndrang für einige Wochen sind meist keine bleibenden Nebenwirkungen der Strahlung zu verzeichnen. Eine Inkontinenz (Unfähigkeit den Harn zu halten) wird praktisch nicht und eine Entzündung des Enddarmes nur noch extrem selten beobachtet. Eine Impotenz ist nicht ausgeschlossen, tritt aber nicht wie nach einer Operation direkt auf, sondern entwickelt sich schleichend über Jahre und kann medikamentös meist gut behandelt werden. Die Seed-Therapie ist insgesamt nebenwirkungsärmer als die Radikaloperation und auch schonender als die perkutane Strahlentherapie.
Für welche Therapie soll ich als Patient mich entscheiden?
Operation, Bestrahlung, Seeds oder eine Kombinationen dieser
Therapieverfahren?
Lassen Sie sich beraten! Unsere Fachärzte für Strahlentherapie und
die kooperierenden Fachärzte für Urologie erläutern Ihnen gerne die
vorliegenden Befunde, die Behandlungsmöglichkeiten und erarbeiten
gemeinsam mit Ihnen die für Sie geeignetste und
erfolgversprechendste Therapie.
