PET-CT: Sonderfall "das Prostata-Karzinom"

Prostata-Karzinom im PET-CT

Während sich in der Mehrzahl der PET-CT-Untersuchungen radioaktiv markierter Zucker als außerordentlich erfolgreich für die Abklärung von Tumorerkrankungen erwiesen hat, weist das Prostatakarzinom nicht in allen Fällen einen erhöhten Zucker-stoffwechsel auf. Aus mehreren klinischen Studien ist die Überlegenheit von F18-Cholin zu F18-FDG (Zucker) in der Diagnostik von Prostatakarzinomen belegt.

Beispiel Fall 2: Patient mit behandeltem Prostata-Karzinom und nun
gering ansteigendem PSA. MRT und Knochenszintigramm sind negativ.
Im Cholin-PET Nachweis einer Knochenmetastase (mit Pfeil
gekennzeichnet).

F18-Fluorethylcholin (F18-Colin) wird bevorzugt im Prostata-Karzinom und dessen Metastasen in Zellwandbestandteilen (Membranphospholipide) eingebaut und kann somit mittels PET/CT bildlich dargestellt werden. Das übliche Einsatzgebiet der Cholin-PET ist in der Nachsorge/Rezidiv-diagnostik des Prostatakarzinoms. Die Detektionsrate von Rezidiven bildgebend ist mit den bisherigen Methoden unbefriedigend. Oft ist das biochemische Rezidiv (steigender PSA-Wert) den radiologischen oder nuklear-medizinischen Darstellungs-möglichkeiten Monate bis Jahre voraus, ohne dass der behandelnde Arzt oder der Patient weiß, wo das Rezidiv sitzt. Eine möglicherweise noch gezielt einzusetzende Behandlungs-möglichkeit ist so nicht möglich. Dies hat zur Notwendigkeit geführt, eine neue und präzise Diagnostikmethode zu entwickeln, die frühzeitig Tochtergeschwulste lokalisieren kann.

Beispiel Fall 3:Steigender PSA-Wert aber negative Probeentnahmen der Prostata. Im
CT keine Tumorlokalisation möglich. Im PET-CT lässt sich der Tumor
in der Prostata (hellgelber Bereich, mit Pfeil gekennzeichnet)
lokalisieren.

Das Cholin-PET stellt auch im Bereich der Prostata-Karzinomdiagnostik das mit Abstand genaueste und sicherste bildgebende Verfahren dar. Auch wenn bei anderen Verfahren das Rezidiv relativ spät lokalisiert werden kann, können im Cholin-PET Rezidive ggf. schon bei einem PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) von unter 1 ng/ml nachgewiesen werden. Auch die seltene Form des PSA-negativen Prostata-Karzinom-Rezidivs sind detektierbar. Auch kleine Prostatakarzinome, die sich der konventionellen Lokalisation entziehen sind im PET-CT zu finden.