CT-gesteuerte Schmerztherapie - Übersicht
Rückenschmerzen stellen für viele Menschen eine wesentliche
Minderung ihrer Lebensqualität dar. Die Ursachen der Beschwerden
sind vielfältig und beruhen zum überwiegenden Teil auf
Fehlhaltungen bzw. Fehlbelastungen der Wirbelsäule. Hieraus
resultieren Verschleißerscheinungen an den kleinen Wirbelgelenken
sowie an den Bandscheiben. Dadurch werden die aus dem
Rückenmarkskanal austretenden Nerven eingeengt. In der Folge kommt
es zu einer Schwellung der Nerven und des umgebenden Gewebes, was
durch zunehmenden Druck zur Verstärkung der Schmerzen führt.
Für die Patienten machen sich diese Vorgänge durch Schmerzen im
Rücken, Leistenbereich oder durch Schmerzausstrahlung in die Arme
oder Beine bemerkbar. Auch andere Missempfindungen wie
Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Exträmitäten ist möglich.
Die von uns angebotenen Behandlungsmethoden sind die
Peri-Radikuläre-Therapie (PRT) und die Facetten-Blockade (CT-FB).
Die Behandlung besteht darin, dass ein Medikament unter
computertomographischer Sichtkontrolle millimetergenau an den Ort
appliziert wird, an dem der Nerv gereizt ist. Das Medikament führt
zu einer Minderung der Nervenempfindlichkeit und zu einer
Abschwellung des Nerven.
Erfolgsaussichten und Nebenwirkungen
In einer Vielzahl der Fälle kann eine lang anhaltende Schmerzreduktion bzw. Schmerzfreiheit erreicht werden.
Aufgrund unserer Erfahrung ist festzustellen, dass
bei ca 60-80% der Patienten die Schmerzsymptomatik vollständig bzw.
erheblich gebessert wurde.
Die Behandlung wird als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen
übernommen.
Komplikationen dieser Behandlung sind gering.
Gelegentlich kann es zu Kopfschmerzen, Blutdruck- oder
Blutzuckererhöhungen kommen. Diese sind aber in der Regel nur von
kurzer Dauer.
Die Strahlenbelastung ist bei CT-gesteuerten Eingriffen als gering
einzustufen.
Behandlungsablauf
Bevor wir die Behandlung durchführen, sollte zunächst eine
Untersuchung durch einen Fachkollegen aus der Orthopädie, der
Neurologie oder Neurochirurgie erfolgt sein. Wenn der Arzt auf der
Grundlage seiner Untersuchung andere Behandlungsversuche nicht für
sinnvoll hält, bzw. solche Versuche bereits fehlgeschlagen oder
unbefriedigend verlaufen sind, kann er Sie zu der beschriebenen
Behandlung zu uns überweisen.
In der Regel geht der Behandlung eine CT-Untersuchung oder
MRT-Untersuchung voraus, mit deren Hilfe die individuellen
Gegebenheiten an der Wirbelsäule genau ermittelt werden können.
Die Behandlung selbst führen wir unter CT-Sichtkontrolle durch.
Hierbei schieben wir schrittweise eine sehr dünne Nadel an die
Wirbelsäule in den betroffenen Nervenbereich vor. Die korrekte Lage
der Nadel überprüfen wir anhand des CT-Bildes. Anschließend
injizieren wir ein lokal wirksames Medikament, meist ein
Cortisonpräparat. Die Behandlung erfolgt in Bauchlage und dauert
etwa 10-15 Minuten.
Sie sollten sich zur Behandlung bringen und abholen lassen. Nach
der Behandlung sollten Sie 48 Stunden nicht baden oder duschen,
damit es nicht zu einer Infektion am Injektionsort kommt.
Es erfolgen individuelle Terminabsprachen. Anhand des
Therapieerfolges wird entschieden, ob weitere Injektionen
erforderlich sind. In der Regel erfolgen 4 Behandlungen im Abstand
von etwa 1 Woche.
Eine Voranmeldung ist aus organisatorischen Gründen und für die
ausführliche Patientenaufklärung erforderlich.
Möglichkeiten der CT-gesteuerten Schmerztherapie
Minimal-invasive CT-gesteuerte Schmerztherapien:
CT-gesteuerte periradikuläre Therapie (PRT) vorwiegend im LWS
Bereich, in Einzelfällen im HWS und BWS Bereich
Indikationen: Bandscheiben-Vorfälle ohne Lähmungen, Einengung
(Stenose) des Spinalkanals oder Schmerzen durch Narben nach
Bandscheibenoperationen.
Meistens zeigt sich nach 2-5 Sitzungen ein deutlicher
Behandlungserfolg. Insgesamt sind bis zu 6 Sitzungen möglich.
CT-gesteuerte Facettenblockade (CT-FB) vorwiegend im LWS Bereich,
manchmal auch im BWS oder HWS Bereich.
Indikationen: Blockierung, Fehlbelastung oder degenerative
Veränderungen der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke).
Im Gegensatz zur Cortison Injektion bei PRT wird bei der
Facettenblockade 96%iger Alkohol appliziert.
Die Erfolgsquote dieser Behandlungsmaßnahmen ist mit über 80% der
Patienten in der Akutphase, sowie mit 65% nach 2 Jahren sehr hoch.
Üblicherweise sollte diese Therapie auf drei benachbarten Gelenken
je Körperseite erfolgen.
CT-gesteuerte Plexusblockade ist eine Blockade des Nervenplexus im
Oberbauch.
Indikation: Therapieresistente Tumorschmerzen im Oberbauch durch
Magen- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Es erfolgt hierbei die CT-gesteuerte Injektion eines
Lokalanästhetikums oder von 96%igem Alkohol an die Nervenwurzel im
Oberbauch. Bei diese Behandlung ist in der Regel eine stationäre
Überwachung im Anschluß an die Punktion erforderlich.

